Bronsteyns Agentur für Augenöffnung und kreative Weltveränderung

Volksmedien für Journalismus von unten

Veranstaltung 15.6.2013: Die Anti-Atom-Bewegung und die Arbeiterbewegung in Japan

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Vom 14. bis zum 18.6.2013 weilt eine Delegation japanischer Aktivisten in Berlin.
Sie vertreten
– das Internationale Arbeiter-Solidaritätskomitee von Doro-Chiba (IASK-DC), repräsentiert durch Nobuo Manabe
– die Nationalkonferenz für den weltweiten sofortigen Stopp aller Atomkraftwerke (NAZEN), repräsentiert durch Yosuke Oda
– die Gruppe „Frauen aus Fukushima gegen Atomkraftwerke“, repräsentiert durch Chieko Shiina.

Vom 15.6. – 17.6. gibt es zahlreiche Gelegenheiten für einen intensiven Gedankenaustausch zwischen deutschen Aktivisten und den japanischen Besuchern.
Doro-Chiba ist eine unabhängige Eisenbahner-Gewerkschaft, entstanden 1979 im Rahmen des Kampfes gegen den Bau des Großflughafens Narita, ein Kampf, den sie unterstützte, und gegen die Privatisierung der Japanischen Staatsbahn JNR. Dieser kämpferische Verband ist nicht nur auf die Interessen der japanischen Eisenbahner ausgerichtet. Er ist die treibende Kraft einer wachsenden klassenkämpferischen und klassenorientierten Arbeiterbewegung über die Grenzen der Branchen und Verbandszugehörigkeiten hinweg.
Ein wichtiges Anliegen des Internationalen Arbeitersolidaritätskomitees von Doro-Chiba ist der Aufbau weltweiter Kontakte zu klassenorientierten und klassenkämpferischen Aktivisten, wie er bereits seit Jahren nach Korea und an die Westküste der USA besteht. Seit 2009 gibt es auch zunehmend Kontakte nach Deutschland.
Doro-Chiba
NAZEN ist die „Nationalkonferenz für den sofortigen und weltweiten Stopp aller Atomkraftwerke“ und entstand im Rahmen der wachsenden Anti-AKW-Bewegung nach der Reaktorhavarie von Fukushima. NAZEN stellt in dieser Bewegung den „harten Kern“ dar und trägt die Ziele des Kampfes gegen AKWs in breiteste Bevölkerungskreise hinein. Naturgemäß ist diese Koalition vor allem in der Region Fukushima stark.
Die „Frauen von Fukushima“ entstanden als Gruppe aus Anwohner-Initiativen der von der Havarie betroffenen Region (Präfektur Fukushima und die umliegenden). Sie machten durchaus auch international von sich reden durch einen Dauer-Sitzstreik in Zelten vor dem japanischen Ministerium für Technologie, Wissenschaft und Wirtschaft (METI). Sie waren Trägerinnen des Projektes eines selbstverwalteten (und kostenlosen) Gesundheitszentrums in Fukushima-Stadt.

Internationale Solidarität darf sich nicht nur auf papierne Deklarationen beschränken. Der Aufbau persönlicher und direkter Kontakte ist ebenso unumgänglich wie die Suche nach Aktionsformen praktischer Solidarität über die Grenzen von Ländern und Kontinenten hinweg, weltweit.

Am 15.6.2013 um 18 Uhr Veranstaltung zum Thema in Berlin mit Kurzfilmen, Vorträgen und Diskussion
Wo? Komel (kurdischer Verein), Burgsdorfstrasse 1 / Ecke Müllerstraße (links neben der SPD und dem Prime Time Theater). Anfahrt: U/S-Bahnhof Wedding, dann Müllerstrasse ca 200 m
Veranstalter: Danketsu-Blog in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Arbeitersolidaritätskomitee von Doro-Chiba
Unterstützer: Aktionsausschuss 100% S-Bahn, Gruppe Arbeiterpolitik, Forum Betrieb – Gewerkschaft – Soziale Bewegung, Klassenkämpferischer Block Berlin, Marxistische Initiative, Revolutionär-Sozialistischer Bund, und andere
Doro-Chiba
Danketsu Blog (Berlin)
Internationale Kurznachrichten zu Arbeits- und Arbeiterkämpfen. Inspiriert von der japanischen Eisenbahnergewerkschaft Doro-Chiba
Web: danketsu.twoday.net
E-Mail: danketsu[at]gmx.de
„Danketsu“= Solidarität, unbedingter Zusammenhalt

Written by bronsteyn

13. Juni 2013 at 11:38 am

Veröffentlicht in Japan

Doro – Chiba

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Vom 14. bis zum 18.6.2013 weilt eine Delegation japanischer Aktivisten in Berlin.
Sie vertreten
– das Internationale Arbeiter-Solidaritätskomitee von Doro-Chiba (IASK-DC), repräsentiert durch Nobuo Manabe
– die Nationalkonferenz für den weltweiten sofortigen Stopp aller Atomkraftwerke (NAZEN), repräsentiert durch Yosuke Oda
– die Gruppe „Frauen aus Fukushima gegen Atomkraftwerke“, repräsentiert durch Chieko Shiina.

Wer ist Doro-Chiba?

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For quite a long time in Japan, May Day has become an event of labor-capital collaboration.
On May 1, Doro-Chiba called for an independent rally and demonstration at Shinjuku in Tokyo to restore a militant May Day.

No 10% pay cut of JR Freight!
No 7.8% pay cut of public workers!
Stop the deregulation of dismissal protection!
Stop privatization, outsourcing and casualization!
Wage strikes NOW!
Let’s build up international solidarity together!
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Und wer ist NAZEN und die „Frauen von Fukushima gegen Atomkraftwerke?

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Am 15.6.2013 um 18 Uhr Veranstaltung zum Thema in Berlin mit Kurzfilmen, Vorträgen und Diskussion
Wo? Im Komel (kurdischer Verein), Burgsdorfstrasse 1 / Ecke Müllerstraße (links neben der SPD und dem Prime Time Theater). Anfahrt: U/S-Bahnhof Wedding, dann Müllerstrasse ca 200 m

Written by bronsteyn

11. Juni 2013 at 1:25 am

Veröffentlicht in Japan

Kundgebung gegen Seminar von Richterin Paschke für Vermieter*innen // Mi 12.Juni // 13:30 Uhr // Lützowufer 15

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übernommen von:
http://mietenstopp.blogsport.de/
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Im „Grand Hotel Esplanade“, Lützowufer 15, wird die Vorsitzende Richterin am Landgericht Berlin, Regine Paschke, am 12. Juni wieder ein Seminar im Auftrag des Bundesverbandes freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e.V (BfW) geben. Schon am 29. Mai wurde ein ähnliches Seminar von 20 Aktivist*innen gestört. Sie stürmten den Vortrag mit Transparenten und hielten eine Rede. Hier das Video: http://www.youtube.com/watch?v=v14ClvjrDM0&feature=youtu.be

Nun wird es beim nächsten Seminar eine Kundgebung geben. Es ist ein Skandal, dass eine Richterin gleichzeitig in Mietsachen urteilt und Vermieter*innen dabei berät, wie sie besonders gut kündigen und zwangsräumen können. Die enge Verbindung von Justiz und Immobilienwirtschaft wird an diesem Punkt besonders offensichtlich. Es ist feststellbar, dass die Rechtsprechung immer vermieter*innenfreundlicher wird. Viele Menschen verlieren durch steigende Mieten und Zwangsräumungen ihre Wohnung. Das Recht auf Wohnen wird mit Füßen getreten. In Berlin konnten durch solidarischen Widerstand in letzter Zeit aber viele Zwangsräumungen verhindert werden. Wir wollen auch an den Stellen präsent sein, wo die Verantwortlichen sich vernetzen, wo Zwangsräumungen ideologisch vorbereitet werden.

Deswegen protestieren wir gegen das Seminar. Wir werden den Teilnehmenden deutlich machen, dass sie sich nicht mehr still und leise sich von Richterin Paschke beraten lassen können. Das Recht auf Wohnen erkämpfen !
Weitere Termine von uns:
Donnerstag // 20.6. // 19 Uhr // k-fetisch // Wil­den­bruch­stra­ße 86 // Neukölln
Seminar für angewandte Unsicherheit [SaU] : Endlich Krise?! Widerstand in Zeiten der Krise
Podiumsdiskussion mit: Bündnis gegen Zwangsräumungen, Mag Wompel/Labournet, Refugee camp activists, und anderen.
Donnerstag // 20.6. // 20 Uhr // Projektraum H48 // Hermannstr. 48 // Neukölln
Infoveranstaltung: „Zwangsräumungen verhindern!“
Eine Veranstaltung mit Leuten vom Bündnis „Zwangsräumung verhindern“ zu Erfahrungen und Perspektiven: Die Blockade von Zwangsräumungen ist seit einigen Monaten eine neue Form in der stadtpolitischen Auseinandersetzung. Dabei ist eine Blockade vor der Wohnung nur das letzte Mittel, die konkreteste Form der Solidarität mit von Verdrängung Betroffenen. Um Zwangsräumungen im Vorfeld zu verhindern suchen wir das Gespräch mit den EigentümerInnen und Behörden, betreiben Öffentlichkeits- und Pressearbeit, organisieren Demonstrationen und Kundgebungen, greifen aber auch auf Formen des zivilen Ungehorsams wie Sit-Ins zurück. Wir werden über unsere Erfahrungen, Schwierigkeiten und Perspektiven berichten, und wollen gemeinsam mit euch besprechen, wie das Bündnis sowohl mit aktionistischer Praxis wie auch mit solidarischer Kritik unterstützt werden kann.
Danach: Cocktails vom Tresen-ohne-Namen.
Alle weiteren Termine zu Thema Mieten und Verdrängung findet ihr hier:
http://mietenstopp.blogsport.de/termine/

Written by bronsteyn

10. Juni 2013 at 12:22 am

Veröffentlicht in Deutschland, Mieterkampf

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Demo in Berlin am 9.6.2013 in Solidarität mit den Menschen vom Taksim-Platz in Istanbul

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Ein breites Bündnis aus türkeistämmigen MigrantInnenverbänden, kurdischen Vereinen, alevitischen Gemeinden, politische Parteien, Gewerkschaftern, antifaschistischen Gruppen und weiteren AktivistInnen führte am Sonntag, den 09.06.2013 eine gemeinsame Solidaritätsdemonstration mit den DemonstrantInnen in der Türkei gegen die autoritäre Politik der Regierung Erdogan auf.
Es nahmen mehrere tausend Menschen teil.

Produktion:
Nemetico
Web: nemetico.twoday.net

Musik
„Ganbaro“
vom Tut- und Blasorchester Maimont

„Ganbaro“ ist japanisch und bedeutet:
„Kämpfen wir gemeinsam!“

Written by bronsteyn

9. Juni 2013 at 5:34 pm

Veröffentlicht in Deutschland, Türkei

Kurdische Exilanten in Tokio

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An der alljährlichen Demonstration und Kundgebung der klassenorientierten Arbeiterbewegung in Tokio Anfang November nehmen auch kurdische Aktivisten in Japan teil. Japan hat ein Asylrecht, das noch viel restriktiver ist als das in Deutschland. Doro-Chiba und verbündete Verbände geben ausländischen Flüchtlingen nicht nur Raum, Zeit und Rederecht, sondern unterstützen sie auch beim Aufbau von Verbänden in Japan.
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Written by bronsteyn

8. Juni 2013 at 1:24 pm

Veröffentlicht in Japan

Ankunft der japanischen Gäste von Doro-Chiba, NAZEN und „Frauen aus Fukushima“ in Berlin

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Wohlbehalten sind heute Gäste aus Japan in Berlin angekommen.
Sie wurden begrüßt von Mitgliedern des Aktionsauschusses 100% S-bahn, Mitarbeitern des Danketsu -Blogs und Aktivisten der Marxistischen Initiative.
Sie vertreten
– das Internationale Arbeiter-Solidaritätskomitee von Doro-Chiba (IASK-DC), repräsentiert durch Nobuo Manabe
– die Nationalkonferenz für den weltweiten sofortigen Stopp aller Atomkraftwerke (NAZEN), repräsentiert durch Yosuke Oda
– die Gruppe „Frauen aus Fukushima gegen Atomkraftwerke“, repräsentiert durch Chieko Shiina.
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Written by bronsteyn

6. Juni 2013 at 9:15 pm

Veröffentlicht in Japan

Kreuzberg grüßt Istanbul

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Written by bronsteyn

5. Juni 2013 at 6:51 pm

Veröffentlicht in Deutschland, Türkei

Eunuchen – Klassenkämpfer

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Eunuchen hatten im antiken China nicht nur die Aufgabe, die Konkubinen der Kaiser zu bewachen, sondern auch, dem erlauchten Kaiser beizubringen, wie mit ihnen umzugehen war. Von daher der geflügelte Spruch: Eunuchen wissen ganz genau, „wie es geht“, aber sie sind leider leider völlig unfähig, es selbst zu tun.
Aus diesem geflügelten Spruch hatte ich unlängst den Begriff „Eunuchen-Trotzkisten“ geschaffen.
Die Analogie: Viele Trotzkisten (oder „Trotzkisten“) wissen ganz genau, „wie es geht“, sind aber leider leider völlig unfähig, es auch zu tun.
Dies beziehe ich auf eine verbreitete Unart speziell im europäischen Nachkriegstrotzkismus, nämlich die eigene Praxis auf die Propagierung von Losungen, konkret sogenannten Übergangsforderungen, zu reduzieren.
Von dieser Sorte gibt es eine ganze Menge Schattierungen und Strömungen.
Was dabei gern vergessen wird: Losungen sind nicht abstrakt, im Ozean der Abstraktionen, „richtig“ oder „falsch“, sondern nur und ausschließlich im Zusammenhang mit einer konkreten Bewegung.
Eine Losung ist immer nur so viel wert, wie sie Menschen „in Bewegung setzt“, zu einer Aktion vereint.

Doch das Eunuchentum ist keineswegs auf Trotzkisten beschränkt, die deutsche Linke ist reichlich gesegnet mit Leuten, die „genau wissen“, wie es richtig geht und wie das „richtige Bewusstsein“ auszusehen hat.
Ein Beispiel ist dieser Kommentar, der es deswegen verdient, gewürdigt so werden, weil er so verdammt symptomatisch ist:
http://www.nao-prozess.de/blog/solidaritaet-mit-dem-streik-bei-edeka-nordbayern/#comment-94648
Ich hatte mich bisher eines Kommentares zum Kommentar dieses Gerion enthalten, und zwar aus folgendem Grund: Die Kolleg/inn/en von Edeka aus Nordbayern hatten natürlich sämtliche Links verfolgt, die auf ihren Arbeitskampf hinwiesen. Auf meinem eigenen Block stiegen die Zugriffszahlen kurzfristig dramatisch an, und zwar genau auf diesen Artikel. Und dass die Kolleg/inn/en im NAO-Blog mitgelesen haben, brauche ich wohl nicht zu beweisen.
http://www.nao-prozess.de/blog/solidaritaet-mit-dem-streik-bei-edeka-nordbayern/#comment-94665
Noch Fragen?
Gratulation, NAO-Prozess, wenn das das „hohe theoretische Niveau“ deines Fussvolkes ist!
Was soll man darauf antworten?
Etwa auf einem „hohen theoretischen Niveau“ die Bedeutung von Praxis erklären?
Mir fehlen wirklich die Worte.
Aber wer unbedingt ein Zitat braucht, um das zu begreifen, bitte, hier ist eins:

“Die Taktik der Einheitsfront ist das Angebot des gemeinsamen Kampfes der Kommunisten mit allen Arbeitern, die anderen Parteien oder Gruppen angehören, und mit allen parteilosen Arbeitern zwecks Verteidigung der elementarsten Lebensinteressen der Arbeiterklasse gegen die Bourgeoisie. Jeder Kampf um die kleinste Tagesforderung bildet eine Quelle revolutionärer Schulung, denn die Erfahrungen des Kampfes werden die Werktätigen von der Unvermeidlichkeit der Revolution und der Bedeutung des Kommunismus überzeugen.
Eine besonders wichtige Aufgabe bei der Durchführung der Einheitsfront ist die Erreichung nicht nur agitatorischer, sondern auch organisatorischer Resultate. Keine einzige Gelegenheit darf verpaßt werden, um in der Arbeitermasse selbst organisatorische Stützpunkte (Betriebsräte, Kontrollkommissionen aus Arbeitern aller Parteien und Parteilosen, Aktionskomitees usw. zu schaffen.
Das Wichtigste in der Taktik der Einheitsfront ist und bleibt die agitatorische und organisatorische Zusammenfassung der Arbeitermassen. Der wirkliche Erfolg der Einheitsfronttaktik erwächst von „unten“, aus den Tiefen der Arbeitermasse selbst.”

Das ist aus den Leitsätzen der Kommunistischen Internationale zur Einheitsfront der Arbeiter.

Solche Überlegungen sind vielen in diesem NAO-Prozeß völlig fremd, man hat sich ja auch teilweise vom „Leninismus“ (was immer darunter verstanden wird) verabschiedet.
Stattdessen wird viel von „Bewusstsein“ geredet, das man in der deutschen Arbeiterklasse „schaffen“ will. Tatsächlich wird auf die profane Realität der wirklichen deutschen Arbeiterklasse verächtlich herabgeschaut, stattdessen sollen „Generalstreiks“ in Griechenland oder Spanien die Erlösung bringen.

(Wie realistisch solche „Generalstreiks“ derzeit noch sind, lasse ich mal unerörtert. Dort leben auch mehrheitlich Menschen wie du und ich, die so „unbewusst“ und „gewöhnlich“ sind wie die Kolleg/inn/en von Edeka in Nordbayern)

Solche Details wie dieser Kommentar von diesem Gerion beleuchten viel greller und deutlicher die tatsächliche gegenwärtige Realität des NAO – Prozesses, nämlich der völlig praxisferne Zustand des Bewusstseins vieler Akteure.
Leider ist es so.

Das Eunuchentum ist also nicht nur vielen Trotzkisten zu eigen.
Darüber hinaus gibt es offensichtlich auch die Kategorie „Eunuchen – Klassenkämpfer“ oder „Eunuchen – Revolutionär“, der genau weiß, dass der bürgerliche Staat „zerschlagen“ werden muss.
Das ist auch in einer „breiten NAO“ nicht viel anders, nur eben „breiter“.

Für verständigere Leserinnen und Leser füge ich noch etwas hinzu, da ich nicht nur stänkern will.
Ohne eine vertrauensbildende Praxis des „gemeinsam kämpfens“ mit den „profanen“ und „gewöhnlichen“ Arbeiterinnen und Arbeitern wird es weder eine NAO, noch eine Revolution, noch eine Räterepublik, noch irgend etwas sonst geben (außer der fortdauernden kapitalistischen Realität).

Wer unter den „revolutionären Linken“ aber hat auf seinem hohen theoretischen Ross schon die praktische Reife dafür? Das ist keine Frage der numerischen Stärke, denn selbst mit kleinen Dingen läßt sich viel bewirken.

Written by bronsteyn

5. Juni 2013 at 1:38 am

Ein weiterer Schritt in die Diktatur der Troika

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Frankfurt, Blockupy, 1.Juni 2013

Das hessische Innenministerium hat am 1. Juni in Frankfurt unter fadenscheinigsten Vorwänden die Demonstrationsfreiheit ausgehebelt.

Die Demo kam einen ganzen Kilometer weit, dann wurde sie gestoppt, just vor der Stelle, wo sich der Weg gabeln sollte in den von den Verwaltungsgerichten Kassel und Frankfurt genehmigten Route und die Route, die die Polizei von Anfang an als einzige hatte erlauben wollen. Die Polizei begründete den Stopp der Demo mit der Vermummung einiger AktivistInnen sowie Verstößen gegen gerichtliche Auflagen, etwa dass Transparente nur eine maximale Länge von drei Metern haben durften. Die Demonstranten hatten Seitentransparente und Regenschirme dabei. Außerdem seien Feuerwerkskörper abgefeuert und Farbbeutel geworfen worden. Zudem sei ein Polizist aus der Demo heraus attackiert worden – allerdings wurde der mutmaßliche Täter noch vor dem Festsetzen der Demo laut einem Polizeisprecher in Gewahrsam genommen.

Bereits am Donnerstag wurden rund 200 Aktivisten aus Berlin auf einem Parkplatz der hessischen Autobahnpolizei festgehalten. Sechs Stunden verbrachten sie dort, nicht nur mit voller Blase, sondern auch mit einer Wahl, die sich nur schwer mit dem Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit vereinbaren lässt: Leibesvisitation und Taschenkontrolle oder Rückfahrt nach Berlin.

Kurz nach 15 Uhr endete die Fahrt auf dem Parkplatz der Autobahnpolizeiwache Butzbach. Rund 100 Polizisten erwarteten die Aktivisten dort. Die polizeiliche Anweisung: Nur wer sich durchsuchen und abfilmen lässt, hat eine Chance, weiterfahren zu dürfen. Alle anderen dürfen für die nächsten Stunden nicht einmal den Bus verlassen. Besonders problematisch wird die Lage für eine Gruppe von 40 Flüchtlingen, die sich ebenfalls auf dem Weg nach Frankfurt befanden. Diese traten deshalb die Rückfahrt nach Berlin an.

Nach dem Stop der Demonstration drang die Polizei in den vorderen Teil der Demonstration ein und kesselte etwa 1000 Demonstrierende über 8 Stunden ein. Kompromissangebote, dass die Demonstranten ihre Regenschirme und Seitentransparente ablegen, wurden zunächst von der Polizei angenommen, dann wurde jedoch die Forderung nachgeschoben: Leibesvisitation und Aufnahme der Personalien für alle im Kessel. Es folgten Provokationen: Einzelne wurden mit Greiftrupps, teils auf brutale Weise, aus dem Kessel herausgezogen. Schließlich wurde der Kessel aufgelöst, das dauerte drei Stunden.

Die Demonstranten beklagen laut Angaben der Organisatoren an die 1000 Verletzte, einige davon schwer. Vor allem Pfefferspray setzte die Polizei in großen Mengen ein – das ist ein Giftgasangriff im Nahkampf.

Dieses Szenario wurde von langer Hand vorbereitet und hat nichts mit dem realen Ablauf der Demonstration zu tun, das ist die einhellige Meinung der Demonstrationsleitung und der zahlreichen in- und ausländischen Beobachter, wie u.a. dem Komitee für Grundrechte und Demokratie. Spiegel online mutmaßte, es könnte die Rache für den 31. März 2012 gewesen sein, als eine überwiegend autonome Demonstration im Vorfeld der Blockupy-Aktivitäten im darauffolgenden Mai zahlreiche Sachschäden verursachte. Das mag sicher eine Rolle spielen, ist aber auf der anderen Seite auch schon fast zu lange her. Meine Vermutung ist deshalb, dass das hessische Innenministerium der Blockupy-Bewegung eine Niederlage bereiten wollte, die sie entmutigt, zu weiteren Aktionen im Februar 2014 aufzurufen, wenn das neue Gebäude der EZB eingeweiht werden soll.

Damit das nicht passiert, ist nun auch eine mediale und politische Nachbereitung erforderlich. Zählen wir zwei und zwei zusammen:

* Die Polizei setzt sich über das Urteil der Verwaltungsgerichte hinweg, setzt ihr eigenes Recht und handelt damit grob illegal. Das kann man nicht resigniert hinnehmen. Was kann darauf folgen? Eine Klage? Eine weitere Demonstration für das Grundrecht auf Demonstration? Im Vorfeld der Wahlen wäre dies eine empfindliche Aktion.

* Das Vorgehen des hessischen Innenministeriums bestätigt das Bild, das der NSU-Skandal in den letzten Monaten gezeichnet hatte: Ein Teil der Exekutive verselbständigt sich in wachsendem Maße und macht seine eigene Politik – an der Gesetzgebung und an der Öffentlichkeit vorbei. Er setzt damit einen schleichenden Prozess in Richtung autoritärer Staat in Gang. Dieser kann nicht durch Anfragen im Bundestag gestoppt werden, wir brauchen eine Demokratiebewegung auch in Deutschland!

* Die Einschränkung der demokratischen Rechte und die Schritte in Richtung Präsidialregime sind in ganz Europa die Antwort der Herrschenden auf den Widerstand gegen die Diktatur des Finanzkapitals. In Deutschland werden sie offenbar schrittweise eingeführt, noch bevor es eine Massenbewegung gegen die Sparpolitik gibt, die auch hier unweigerlich kommen wird. Der Entfaltung einer dauerhaften linken Bewegung gegen das asoziale, neoliberale und undemokratische EU-Projekt, die es versteht, den Unmut in der Bevölkerung aufzugreifen und Systemalternativen zu präsentieren, soll frühzeitig ein Riegel vorgeschoben werden. Die zunehmende Synchronisierung der sozialen Proteste für ein solidarisches Europa ist den Herrschenden ein Dorn im Auge und kann ihnen gefährlich werden.

Diese Hürde müssen wir überwinden, sie stellt für uns die Chance dar, noch engeren Anschluss an die Bewegungen in Südeuropa zu finden.

Mit umso größerem Eifer gilt es nun, die Aktionen im kommenden Frühjahr vorzubereiten!

Angela Klein

2. Juni 2013
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Written by bronsteyn

2. Juni 2013 at 7:29 pm

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Streik bei EDEKA 2013

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Written by bronsteyn

1. Juni 2013 at 7:45 am

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