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Archive for April 2012

Thesen zum System überlappender Gruppen nach Rensis Likert

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Das Konzept des Systems überlappender Gruppen wurde von Rensis Likert als Alternative zu den auf Kommandostrukturen basierenden traditionellen Stab-Linien-Systemen entwickelt.

Es weist weit über die Intentionen des Entwicklers hinaus, im Spätkapitalismus die Beschäftigten (die Arbeiter und Angestellten) ins Management partizipativ zu integrieren.

Geringfügig erweitert durch die Wählbarkeit der Vorgesetzten in diesem System stellt es das Grundmuster der Betriebsorganisation im Sozialismus dar.

Das System der überlappenden Gruppen ist insofern allen bisherigen Systemen überlegen, da es diese (hierarchischen Systeme) unter anderem auch als Subsysteme darzustellen vermag. Es ist insofern ein Meta-System.

Das System überlappender Gruppen eignet sich aber auch zur Konstruktion und Darstellung hochkompexer Organisationen auf nichthierarischer, herrschaftsfreier Basis.

Der Sozialismus kann auf dieser Grundlage folgendermassen beschrieben werden:

Es handelt sich um ein Gesellschaftssystem, in dem die Schlüssel-Industrien in Gemeineigentum überführt sind. Der sozialistische Übergangsstaat (der Arbeiterstaat) definiert die Rahmenrichtlinien der wirtschaftlichen Aktivität dieser vergesellschafteten Unternehmen, die im Grunde Dienstleister im Dienst der gesamten Gesellschaft sind. Die Vorgesetzten in diesen Unternehmen werden von den Beschäftigten gewählt; in likertschen Kategorien ausgedrückt: das Team bestimmt über seine Linking Pins zu anderen Teams.

Im Kommunismus wird es, wenn der sozialistische Arbeiterstaat abgestorben ist, keine Rätedemokratie mehr geben (Auch die Herrschaft der Mehrheit über die Minderheit ist Herrschaft, wie Engels schon feststellte). Aber es wird weltumspannende Systeme mit einander kooperierender überlappender Gruppen geben, die von hoher Komplexität sein werden und im weitesten Sinne Serien im Sinne Charles Fouriers darstellen werden.

Das von Rensis Likert entwickelte Konzept der Linking-Pin-Gruppen weist insofern weit in die Zukunft.

Das System der überlappender Gruppen muss daher von revolutionären Linken erfasst, angeeignet und kreativ aufgegriffen werden.

nähere Erläuterungen zum Likertschen System:

https://bronsteyn.wordpress.com/2012/04/22/basis-konzepte-fur-eine-sozialistische-wirtschaft-im-21-jahrhundert/

Merkmale des Likertschen System der überlappenden Gruppen (Linking Pin Model):

– Basisstruktur ist die Gruppe, das Team (nicht wie im traditionellen Stab-Linien-System, die Stelle)

– die Überlappung ist ein wesentliches Merkmal und bedeutet, dass ein Mitglied einer Gruppe auch Mitglied einer anderen Gruppe, sogar mehreren, sein kann

– Die Überlappung stellt eine Schnittstelle zwischen zwei Gruppen dar. Sie kann hierarchischen Charakter haben, muss es aber nicht.

– Das System kann sowohl hierarchische als auch nicht-hierarchische (vernetzte) Strukturen darstellen.

– Jede nur mögliche Form der Entscheidungsfindung ist in diesem System denkbar.

Written by bronsteyn

25. April 2012 at 12:40 pm

Basis-Konzepte für eine sozialistische Wirtschaft im 21. Jahrhundert

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Mit diesem Artikel möchte ich die modernsten und fortgeschrittensten Management- Konzepte des 21. Jahrhunderts vorstellen und aufweisen, wie sie nach Modifikationen und Erweiterungen zu strukturellen Basiskomponenten einer sozialistischen Wirtschaft des 21. Jahrhunderts sein könnten.

Die hier vorgestellten Texte entstammen rundweg nicht einer innerlinken Diskussion oder gar einem Diskurs innerhalb einer revolutionären Linken, sondern von Organisationspsychologen und Organisationstheoretikern, die im weitesten Sinne an bürgerlichen Eigentumsformen orientiert sind.

Lenin nannte 1917 (in „Staat und Revolution“) als ein Beispiel  für die Organisierung der sozialistischen Wirtschaft die deutsche Reichspost, welche in dieser Zeit als der fortgeschrittenste Ausdruck einer effizienten Ökonomie angesehen werden konnte. Das ist rund 100 Jahre her, und heutzutage finden sich nicht wenige „Besserwisser“, die der Meinung sind, dass genau darin der „Kardinalfehler“ der russischen Revolution bestanden hätte. Lenin-Bashing ist immer noch „modern“ in einer Linken, die insgesamt weder in der Lage ist, eine sozialistische Gesellschaft zu beschreiben noch eine eine wirklich glaubwürdige Alternative zur „There is no alternative“-Propaganda des Neoliberalismus zu präsentieren.

Extremstes Beispiel sind Konzeptionen, die in einer strikten Ablehnung jeder Form von Planwirtschaft und der Propagierung einer Dezentralisierung und Kommunalisierung um jeden Preis für eine solche Alternative halten. Die Wirtschaftsorganisation einer sozialistischen Zukunftsgesellschaft muss aber aus den entwickeltesten Konzeptionen des Spätkapitalismus heraus entwickelt werden, und das kann nicht mehr die deutsche Reichspost sein, weil es diese (durch de facto Privatisierung der deutschen Post)  gar nicht mehr gibt.

Zunächst möchte ich eine Lehrpräsentation von Dr. Niclas Schaper  vorstellen, „Einführung in die Organisationspsychologie“.

scha-Einfuehrung_AO_09-05-06

In dieser Lehrpräsentation werden zwei Ansätze der  modernen Organisationspsychologie vorgestellt:

– die humanistische Managementtheorie nach Douglas MacGregor (X- und Y- Theorie)

– die Theorie der 4 Führungssysteme und das System der überlappenden Gruppen von Rensis Likert

Wieso ist das relevant für eine Sozialismus-Konzeption im 21. Jahrhunderts?

Ganz einfach: die deutsche Reichspost (von Lenin als Beispiel genannt) entsprach nach Douglas MacGregor der X-Theorie und nach Rensis Likert einer der beiden Varianten eines autoritären Führungssystems, und das unabhängig von der Eigentumsfrage.

Verstaatlichte Betriebe wurden bisher im Kapitalismus nicht anders geführt als privatkapitalistische. Dieser Umstand verführte und verführt auch viele pseudolinke Narren  dazu, es für gleichgültig zu halten, ob ein Unternehmen in privatem Eigentum ist oder Gemeineigentum darstellt.

Bis zum 2. Weltkrieg waren Stab-Linien-Organisationen in privater Wirtschaft, in der Staatsverwaltung und im Militär absolut vorherrschend, eine Struktur, die aus dem Militärwesen entlehnt wurde und dort seit 2000 Jahren seine Ausprägung erfuhr. Zumindest gedanklich wurde diese absolute Vorherrschaft der Stab-Linien-Organisation von Rensis Linkert durch sein Linking-Pin-Model durchbrochen.

Das sieht schon nicht mehr nach einem gewöhnlichen Organigramm aus, das nur Unter- und Überordnung von Personen und entsprechende Weisungs-Linien darstellt. Hier bei Likert spielt das Team eine zentrale Rolle: jedes Dreieck stellt ein Team dar.

In diesem System überlappender Gruppen gibt es Personen, die mehr als nur einem Team angehören, die Linking Pins.

Gewiss: in dieser Darstellung bleiben die Menschen auf der untersten Ebene einfache Weisungsempfänger. Doch Likerts System lässt sich auch erweitern und modifizieren.

Angenommen, dass in diesem Linking Pin Modell alle Vorgesetzten von dem Basis- Team gewählt und delegiert werden, dem sie angehören, dann ergibt sich eine völlig andere Dynamik des Modells. Dann dient es nämlich nicht mehr zur partizipativen Integration der Beschäftigten in die Interessen der Unternehmensspitze (die ja in aller Regel vom Eigentümer gestellt wird), sondern der Selbstorganisation der Beschäftigten in einer Organisation.

Dies möchte ich noch etwas verdeutlichen.

Likert ging vom Standpunkt des Unternehmens (und damit des Eigentümers) aus, um ein Management-Modell vorzuschlagen, das im Prinzip die traditionelle Stab-Linien-Organisation zugunsten eines Meta-Systems aufzuheben,  das auf Partizipation setzt.

Meta-System deshalb, weil es durchaus in der Lage ist, auch diese Stab-Linien-Organisationen mit ihrer hierarchischen Ordnung darzustellen:

Linking Pin Model in hierarchischer Form

Es ist aber ebenso gut in der Lage, eine Netzwerk aus im Prinzip gleichberechtigten Teams zu konstruieren:


Einen weiteren interessanten Text, der die aktuellen Grundkonzepte der Arbeits- und Organisations psychologie darstellt, ist dieser hier:

Vertiefungskurs „Theorien der Organisation“

Folien_VO_Theorien

Hier bitte beachten, welche wichtige Rolle die Likertsche Unterteilung der Management-Systeme spielt. Der von Likert preferierte Stil ist der des kooperativen partizipativen (von ihm als „System 4“ bezeichnet).

Unter den Bedingungen des Privateigentums an Produktiobsmitteln und einer insgesamt kapitalistischen Wirtschaft würde Likerts „System 4“ natürlich bestenfalls nur auf eine für die Beschäftigten besonders erträglich und deshalb besonders effiziente   Ausbeutung der Lohnarbeit hinauslaufen. Aber des Bild ändert sich, wenn wir von einer Gesellschaft ausgehen, in der die Schlüsselindustrien in Gemeineigentum übergegangen sind.

Hinzugenommen das Prinzip der Wählbarkeit der Vorgesetzten durch die Beschäftigten haben wir dann ein Baismodell für eine sozialistische Wirtschaft.

Ein weiteres Script von der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Uni Wien gibt nochmal einen Überblich über  Wirtschaftspsychologie I: Arbeits- und Organisationspsychologie

Wirtschaftspsychologie I: Arbeits- und Organisationspsychologie

Wirtschaftspsychologie-1-Zusammenfassung

Einen weiteren interessanten Text habe ich hier:

Die_Kreativen_Kraefte_der_Selbstorganisation

Hier taucht der Begriff „GEWALTFREIE STEUERUNG (FÜHRUNG)“ auf. Gewaltfetischisten (von denen es unter vorgeblichen Revolutionären nicht wenige gibt) und unverbesserliche Sektierer mögen aufschreien bei dem Begriff „gewaltfrei“. Allerdings: es geht hier ganz und gar nicht um Beziehungen zwischen Klassen, sondern…:

Betrachten wir eine Gruppe Arbeitnehmer. Wenn sie gemeinsam daran arbeiten, ein Produkt
oder eine Dienstleistung zu erstellen, dann nennen wir dieses Verhalten organisiert. Wir würden
ihr Verhalten als selbstorganisiert betrachten, wenn sie im Team arbeiten und sich irgendwie
gegenseitig verstehen würden ohne Anordnungen von außen.

Die Verfasser präsentieren ihr Konzept natürlich so:

Neue Entdeckungen in der Systemtheorie geben uns neue, klarere Einsichten in das Phänomen der
Selbstorganisation. Einsichten, die Managern machtvolle Instrumente an die Hand geben, um die
Produktivität zu steigern.

Natürlich. Im Kapitalismus geschieht nichts ohne den Zwang zur Profitmaximierung, was dann als „Steigerung der Produktivität“ angesehen wird. Doch von dieser geistigen Beschränkung der Verfasser abgesehen liefern sie wertvolle Hinweis auf die mögliche Organisation der Wirtschaft im Sozialismus.

Die Verfasser schreiben:

 Kurz nach dem zweiten Weltkrieg fasste der bekannte amerikanische Sozialpsychologe Rensis
Likert umfassende empirische sozialwissenschaftliche Forschung in einem Konzept
zusammenzufassen: dem “System 4”. Seine Ideen, die sowohl das nach oben gerichtete Feedback
unterstützen, als auch die Wichtigkeit von Hierarchien anerkennen, waren sehr einflussreich.
Einige jüngere amerikanische Unternehmensgründungen, insbesondere Joint Ventures mit
japanischen Firmen, wurden nach dem “System 4”- Konzepten aufgebaut. Vor seinem Tod 1981
hatte Likert begonnen Ideen für ein “System 5” darzulegen, die auch solche Konzepte einbezogen,
wie die Übertragung größere Managementautorität an die Arbeitnehmer. Professor Robert Ackoff von der Wharton School of Business schlug in den frühen 1980er Jahren eine ähnliche Idee vor.
Er stellte einen Entwurf zur Errichtung eines Unternehmenslangzeitplans durch ein mehrstufiges
Mehrheitsstimmrecht unter Beteiligung des Management und der Arbeitnehmer vor.

Gut. Wir gehen darüber hinaus: Wir gehen von dem in Gemeineigentum überführten Betrieb aus, dessen Dienste gesamtgesellschaftlich in ihren Kennzahlen definiert werden und dessen Vorgesetzten von den Beschäftigten gewählt werden. 

Wenn schon kreative Kräfte der Selbstorganisation, dann richtig.

Unter diesem Blickpunkt sind auch in diesem Text wichtige Anregungen zu finden.

Um so „profane“ Dinge wie Organisation eines Betriebes im Sozialismus hat sich die „revolutionäre Linke“ bislang überhaupt nicht gekümmert. Die Sozialismus-Konzepte sind daher durchweg mehr als dürftig und näher besehen auch nicht anziehend.

Im Grunde lässt sich das Elend der „revolutionären Linken“ im Verständnis vom Sozialismus auf zwei gedankliche Irrwege reduzieren:

– eine (wie auch immer geartete) Räterepublik übernimmt die Leitung der Schlüsselbetriebe und setzt, wie bisher die Kapitalisten auch, die Leitungs- und Führungspersonen ein, die ihrerseits sich eine Weisungs-Hierarchie (Stab-Linien-Organisation)  schaffen . Darauf laufen die meisten Sozialismus-Konzepte im weitesten Sinn leninistisch orientierter Gruppen hinaus, aber nicht deswegen, weil Lenin  daran schuld wäre, sondern weil sie geistig im Jahre 1917 stehen geblieben sind, vor allem was die Organisation de Produktion angeht. (Beispiel: die Spartakisten und andere „orthodoxe“ Trotzkisten).

– jeder „Zentralismus“ und jede Planwirtschaft wird verworfen, Lenin für schuldig am Stalinismus erklärt, und grosspurig eine Rückkehr zu Konzepten des 19. Jahrhunderts (Dezentralisierung und Kommunalisierung als Prinzip) verkündet. Solche Konzepte entpuppen sich bei näherem Hinsehen oft als letztlich bürokratische Utopien („Bedürfnisbürokratie“)  unter Bedingungen erheblicher technologischer und organisatorischer Rückschritte. (Beispiel:  das „Bochumer Programm“)

Beide Konzepte sind völlig ungenügend, um eine sozialistische Bewegung zu initiieren, die auf die Mehrheit der Bevölkerung anziehend, attraktiv wirkt.

Ich rufe alle ernsthaften Revolutionäre auf, sich ernsthaft mit den modernsten kapitalistischen Managementtheorien zu beschäftigen, um aus ihnen Basis-Konzepte für eine sozialistische Wirtschaft der Zukunft zu gewinnen.

Written by bronsteyn

22. April 2012 at 9:50 am

Die tanzenden Arbeiter von Ssangyong

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Ein unbestreitbarer Höhepunkt der Kundgebungsreihe des kämpferischen südkoreanischen Gewerkschaftsverbandes KCTU war der Auftritt der Arbeiter von Ssangyong Motorenwerke am Abend des 7.11.2009.
Die Arbeiter von Ssangyong hatten ab Mai 2009 als Kampfmaßnahme gegen eine massive Entlassungswelle ihren Betrieb besetzt. Wochenlang verteidigten sie sich gegen Streikbrecher, angeheuertes Security-Personal und schließlich gegen die Polizei.
Sie schlugen militant mehrere Versuche, den besetzten Betrieb zu erstürmen, mit großer Militanz zurück.
Auf der Kundgebung waren sie die unstrittigen Helden der Veranstaltung und der gesamten südkoranischen Arbeiterbewegung.
Obwohl der von beiden Seiten überaus hart geführte Besetzungsstreik („Sitzstreik“) nur ein Teilsieg war, und mithin auch eine Teilniederlage (nicht alle entlassenen Arbeiter wurden wieder eingestellt) sind die Arbeiter von ssangyong durch ihren Mut und ihre Tapferkeit zum gefeierten Vorbild der südkoreanischen Arbeiterbewegung geworden.
Unglaublich jedoch die Tatsache, dass Arbeiter von Ssangyong auf der Tribüne mit den Mitteln des Tanztheaters (ein sehr typisches Assessoire der koreanischen Arbeiterbewegung) ihren harten Arbeitskampf selbst darstellten und dann – nach einer kurzen sehr kämpferischen Rede eines KCTU – Sprechers – auf der Bühne mit dem in viele zehntausende gehenden Publikum tanzten.
Dieser Film umfasst annähernd den gesamten Auftritt der Ssangyong-Arbeiter und übermittelt ein eindrucksvolles Bild von dem ungebrochenen Optimismus und der ungebrochenen Kampfkraft der Bewegung.

Wer sich näher über den spektakulären Arbeitskampf bei Ssangyong informieren möchte (allein schon um die Stimmung in diesem Film hier zu verstehen), dem seien folgende Links und Videos empfohlen:

 

http://www.youtube.com/watch?v=PLXCRzxIDqc
http://www.youtube.com/watch?v=xzIOmK2WvHI
http://www.youtube.com/watch?v=znMSlqp2KYQ
http://www.youtube.com/watch?v=ArTIONOo-m4

Written by bronsteyn

19. April 2012 at 4:17 pm

Veröffentlicht in Korea

Marx, „Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie“, zum Nachlesen

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Als PDF.

MEW42

Written by bronsteyn

15. April 2012 at 12:45 pm

Erkennungsmerkmale von Trollen

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Folgenden Text, der auflistet, wie professionelle COINTELPRO Trolle zu erkennen sind, fand ich bei facebook, und er deckt sich mit meinen Erfahrungen. Das ganze gehört zu der psychologischen Kriegsführung (PsyOps; InfoOps, Desinformation; Propaganda [PR] usw.) Hier sind einige Beispiele Aufgeführt wie solche Leute vorgehen und anhand welcher Verhaltensweisen man sie erkennen kann. Sicher, es trift nicht alles Ausschließlich auf solche bezahlten Regierungskräfte zurück, jedoch stammen diese Angaben und Verhaltensregeln nicht von mir (obwohl man es tatsächlich genau so Beobachten kann!!), sondern sind Auszüge aus einem Handbuch der Central Intelligence Agency (CIA).

1. Reagiere empört, beharre darauf das dein Gegner eine angesehene Gruppe oder Person angreift. Vermeide die Diskussion der Tatsachen und dränge den Gegner in die Defensive. Dies nennt man auch das ”Wie kannst du es wagen”-manöver.

2. Denunziere den Gegner als Verbreiter von Gerüchten, ganz egal welche Beweise er liefert. Falls der Gegner Internetquellen angibt, verwende diesen Fakt gegen ihn. Beharre darauf das die Mainstreampresse und die Establishment-Geschichtsschreibung einzig und allein glaubwürdig sind, obwohl wenige Superkonzerne den Medien-Markt unter sich aufteilen und die meisten Historiker “dessen Lied singen wessen Brot sie essen”.

3. Attackiere ein Strohman-Argument:Übertreibe, übersimpflifiziere oder verzerre anderweitig ein Argument oder einen Nebenaspekt eines Arguments des Gegners und attackiere dann diese verzerrte Position. Mann kann auch einfach den Gegner absichtlich mißinterpretieren und ihm eine Position unterstellen, die sich dann leicht attackieren lässt. Vernichte die Strohman-Position in einer Weise die den Eindruck erwecken soll, dass somit alle Argumente des Gegners erledigt sind.

4. Assoziiere den Gegner mit inakzeptablen Gruppen: Spinner, Terroristen, Rechtsradikalen, Rassisten, Antisemiten, paranoiden Verschwörungstheoretiker, religiösen Fanatiker usw. Lenke damit von einer Diskussion der Tatsachen ab.

5. Stelle die Motive des Gegners in Frage. Verdrehe oder übertreibe jeden Fakt um den Gegner aussehen zu lassen als handle er durch eine persönliche Agenda oder anderen Vorurteilen motiviert.

6. Stelle dich blöd: Ganz egal welche Beweise und logische Argumente durch den Gegner vorgelegt werden, vermeide grundsätzlich jede Diskussion mit der Begründung das die Argumentation des Gegners keinen Sinn ergibt, keine Beweise oder Logik enthält.

7. Erkläre, die Position des Gegners sei ein alter Hut, schon tausendmal durchgekaut und daher nicht der Diskussion wert.

8. Erkläre, dass Verbrechen oder Thema sei zu komplex um jemals die Wahrheit herausfinden zu können.

9. Alice-im-Wunderland-Logik: Suche nur Tatsachen die deine von Beginn an festgelegte Position unterstützen und ignoriere alle Tatsachen die ihr widersprechen.

10. Setze gesellschaftliche Positionen mit Glaubwürdigkeit gleich: „Wer bist du schon das du diesem Politiker/Großindustriellen/Großkapital usw. wem auch immer so etwas unterstellen kannst!“

11. Verlange, dass dein Gegner den Fall komplett auflöst. Verlange unmögliche Beweise. Jede Unklarheit beim Gegner wird gewertet als argumentative Bankrotterklärung.

12. Provoziere deinen Gegner bis er emotionale Reaktionen zeigt. Daraufhin kann man den Gegner für seine „harsche“ Reaktion kritisieren und dafür das er keine Kritik verträgt.

13. Erkläre pauschal große Verschwörungen als unmöglich durchführbar da viel zu viele Menschen daran beteiligt sein müssten und die Sache ausplaudern könnten. (Ignoriere den Fakt das bei einer großen illegalen Operation die einzelnen ausführenden Abteilungen voneinander abgeschottet sind und nur soviel wissen, wie sie für die Ausführung ihres Teils des Operation, benötigen, Ignoriere den Fakt das eine strenge Hierarchie besteht, jeder nur seinen Befehlen folgt und keine unbequemen Fragen stellen darf. )

14. Wenn der Gegner sich nicht durch die genannten Taktiken kleinkriegen lässt, fahre einfach solange fort bis der Gegner ermüdet und sich aus Frustration zurückzieht.

15. Suche nach flüchtigen Rechtschreib- oder Grammatikfehlern oder verbalen Ausdrucksfehlern, um den Gegner als doof zu klassifizieren. Lenke damit vom Inhalt seiner Rede ab.

Zwei Punkte, mit denen Du dich dagegen stellst: Wenn du mit jemandem in deinem Blog u.ä. schreibst/diskutierst, tauche immer mit einem 2. oder 3. Mann auf, dass der Gegner den Eindruck gewinnen muss, er stehe alleine mit seiner Meinung.

Die Masse der Schweigenden Gaffer und amüsierten Zuschauer ist immer erschreckend hoch, so dass kaum Gefahr besteht, dass sich jemand einmischt und den in der, durch Gaffer, nur scheinbaren „Minderheit“ in Schutz nimmt. Sollte es gar nicht anders gehen oder du entlarvt/enttarnt wirst, so komme dem Gegner aufs Minimalste entgegen und fordere ihm im großzügigen Gegenzug dazu auf, schier Unmögliches aufzuklären!(„erkläre und Beweise mir nur die Wirkungsweise von Homöopathie. Dann finden wir bestimmt eine Einigung!“)

Und das Spiel beginnt von vorne, bzw. du hast gewonnen, weil der Gegner wieder Argumente liefert, die du mit einem der 15 Regeln kontern wirst.

Written by bronsteyn

14. April 2012 at 1:24 am

Veröffentlicht in Counter-Insurgency

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Betriebsorganisation im Sozialismus – Alternativen zur Stablinien-Organisation

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Wenn Lenin 1917 der Auffassung war, dass der Sozialismus sich an den damals modernsten Organisationsformen der kapitalistischen Wirtschaft anknüpfen sollte, um davon zu lernen und sie weiterzuentwickeln, so gilt das im Prinzip auch heute.

Dazu muss man diese Organisationformen allerdings auch kennen und in Augenschein nehmen:

http://www.doku-web.eu/BWL/mst_hout1.PDF

 

 

Written by bronsteyn

12. April 2012 at 4:06 pm

Die erstaunliche Nähe Wilhelm Reichs zu Grundgedanken Charles Fouriers

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WILHELM REICH:

Die charakterliche Struktur des heutigen Menschen, der eine sechstausend Jahre alte patriarchalisch- autoritäre Kultur fortpflanzt, ist durch charakterliche Panzerung gegen die innere Natur und gegen die äußerlich gesellschaftliche Misere gekennzeichnet. Sie ist die Grundlage von Vereinsamung, Hilfsbedürftigkeit, Autoritätssucht,Angst vor Verantwortung, mystischer Sehnsucht, sexuellem Elend, neurotisch hilfloser Rebellion, ebenso wie krankhaft-widernatürlicher Duldsamkeit. Die Menschen haben sich dem Lebendigen in sich feindselig entfremdet. Die Entfremdung ist nicht biologischen sondern sozial- ökonomischen Ursprungs. Sie fehlt in den Stadien der Menschheitsgeschichte vor der Entwicklung des Patriarchats. An die Stelle der natürlichen Arbeitsfreude und Tätigkeit ist seitdem die Zwangspflicht getreten.

Der Lebens- und sexualverneinend erzogene Mensch erwirbt eine Lustangst, die physiologisch in chronischen Muskelspannungen verankert ist. Die neurotische Lustangst ist die Grundlage der Reproduktion der lebensverneinenden, Diktatur begründeten Weltanschauung durch den Menschen selbst. Sie ist der Kern der Angst vor selbständiger freiheitlicher Lebensführung. Dies wird die wichtigste Kraftquelle jeder Art politischer Reaktion, der Herrschaft von Einzelpersonen oder Gruppen über die Mehrheit der arbeitenden Menschen. Sie ist biophysische Angst und bildet das Kernproblem des psychosomatischen Forschungsgebietes. Sie war bisher das größte Hindernis im Erforschen der unwillkürlichen Lebensfunktionen, die der neurotische Mensch nur unheimlich und angstvoll erleben kann.

Die Lebenskräfte regeln sich natürlicherweise selbst ohne Zwangspflicht und Zwangsmoral; beide sind sichere Anzeichen für vorhandene antisoziale Regungen. Die antisozialen Handlungen entstammen sekundären, durch die Unterdrückung des natürlichen Lebens entstandenen Trieben, die der natürlichen Sexualität widersprechen.

Die seelische Gesundheit hängt von der orgastischen Potenz ab, das heißt vom Ausmaß der Hingabe – und Erlebnisfähigkeit am Höhepunkt der sexuellen Erregung im natürlichen Geschlechtsakt. Ihre Grundlage bildet die unneurotische charakterliche Haltung der Liebesfähigkeit. Die seelischen Erkrankungen sind Folgen der Störung der natürlichen Liebesfähigkeit. Bei orgastischer Impotenz, unter der die überwiegende Mehrheit der Menschen leidet, entstehen Stauungen biologischer Energie die zu Quellen irrationaler Handlungen werden.

Die Heilung seelischer Störung fordert in erster Linie die Herstellung der natürlichen Liebesfähigkeit. Sie ist von sozialen Bedingungen ebenso abhängig wie von psychischen. Die seelischen Krankheiten sind Ergebnisse der gesellschaftlichen Sexualunordnung. Diese Unordnung hat seit Jahrtausenden die Funktion, die Menschen in den jeweils vorhandenen Seinsbedingungen psychisch zu unterwerfen, die äußere Mechanisierung des Lebens zu verinnerlichen. Sie dient der seelischen Verankerung der mechanisierten und autoritären Zivilisation durch Verunselbständigung der Menschen.

(Wilhelm Reich – Die Funktion des Orgasmus/Entdeckung des Orgons I, 1940)

Soweit ich weiß hat sich Wilhelm Reich niemals positiv auf Charles Fourier bezogen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Reich

Um so auffälliger die gemeinsamen Schlussfolgerungen, z.B.:

Die Menschen haben sich dem Lebendigen in sich feindselig entfremdet. Die Entfremdung ist nicht biologischen sondern sozial- ökonomischen Ursprungs.

Fourier hätte dem entschieden zugestimmt, und was die Entfremdung angeht, so basiert dieser Gedanke ohnehin auf den Marxschen ökonomischen Frühschriften.

An die Stelle der natürlichen Arbeitsfreude und Tätigkeit ist seitdem die Zwangspflicht getreten.

 Als zweite wesentliche Form der Entfremdung (neben der Entfremdung vom Arbeitsprodukt). Arbeit aufgrund eines äusseren Zwanges ist eben eine andere Form der „Entäusserung“.

Zwar greift Wilhelm Reich das Stichwort der anziehenden Arbeit von Fourier und Marx nicht auf, aber eines seiner bekanntesten Zitate lautet:

»Liebe, Arbeit und Wissen sind die Quellen unseres Lebens, sie sollten es auch beherrschen«

Der darin enthaltene Begriff von Arbeit ist offensichtlich positiv und kann nur letzlich auf anziehende Arbeit im Kommunismus hinauslaufen.

In der Sexualmoral geht Reich sogar über Fourier hinaus. Für Fourier waren die Leidenschaften der Sexualität nur ein Zweig unter vielen anderen, die in der Harmonie zum Aufflug kommen.

Für Reich aber ist die Unterdrückung der Sexualität ein wesentliches Merkmal von Herrschaft.

Die Heilung seelischer Störung fordert in erster Linie die Herstellung der natürlichen Liebesfähigkeit. Sie ist von sozialen Bedingungen ebenso abhängig wie von psychischen. Die seelischen Krankheiten sind Ergebnisse der gesellschaftlichen Sexualunordnung. Diese Unordnung hat seit Jahrtausenden die Funktion, die Menschen in den jeweils vorhandenen Seinsbedingungen psychisch zu unterwerfen, die äußere Mechanisierung des Lebens zu verinnerlichen.

Auch die Theorien eines Wilhelm Reich gehören dazu, wenn es gilt, einen zeitgenössischen, auf der Höhe der Aufgaben unserer Zeit entsprechenden revolutionären Marxismus zu rekonstruieren.

Written by bronsteyn

11. April 2012 at 10:34 pm

Veröffentlicht in Psychoanalyse