Bronsteyns Agentur für Augenöffnung und kreative Weltveränderung

Volksmedien für Journalismus von unten

Aus der Diskussion um Fourier und travail attractif im NAO – Blog

with 2 comments


Nicht alle meine Leser  werden auch den NAP-Blog besuchen, wo ich einen knappen Artikel mit Links hierher auf den Bronsteyn-Blog brachte.

Einige Diskussionsbeiträge sind durch aus interessant, so dass ich sie hier zitieren will.

http://arschhoch.blogsport.de/2012/04/03/die-ablehnung-des-konzeptes-der-travail-attractif-anziehende-arbeit-durch-die-verfechter-des-bochumer-programms/#comments

Aufgewecktheit und Verständnis verriet ein Kommentar von Systemcrash:

 junge, junge, da hast du dir ja einen haufen arbeit gemacht, diesem famosen buchenberg (sorry für die invektive ) auf die schliche zu kommen. man spürt, dass dir das konzept der leidenschaften und der „attraktiven arbeit“ bei fourier (und marx) selbst eine leidenschaft ist. und das ist es doch, was alle subjektiven revolutionäre antreibt: die leidenschaft zur wahrheit und zur veränderung der welt zum „besseren“. wenn es nicht nur darum geht, „recht“ zu haben (oder eben nicht), sondern dass im prozess der auseinandersetzung mit der „welt“, in inneren und äusseren kämpfen, das subjekt sich selbst formt, zum selbstausdruck gelangt (und die geistige und stoffliche auseinandersetzung mit der welt damit zum [lebens]bedürfnis wird). wenn die arbeit nicht nur einem äusseren zweck dient, sondern ausdruck dessen ist, was einem im innersten antreibt – verwandelt sie sich dann nicht von der notwendigkeit, von der notdurft in ein stück selbstgewählter freiheit, in (lebens)kunst? !
diese „lebenskunst“ wird umso mehr aufblühen, je geringer der anteil dessen wird, was man als NOTwendigkeit betrachtet.

Ich habe wohl Systemcrash bisher teilweise unrecht getan, seine Antwort zeigt jedenfalls im besten Sinne seine Ernsthaftigkeit und offenbart auch seine sympathischen persönlichen Motive.

Ich antwortete darauf folgendermassen:

wenn die arbeit nicht nur einem äusseren zweck dient, sondern ausdruck dessen ist, was einem im innersten antreibt – verwandelt sie sich dann nicht von der notwendigkeit, von der notdurft in ein stück selbstgewählter freiheit, in (lebens)kunst? !
diese „lebenskunst“ wird umso mehr aufblühen, je geringer der anteil dessen wird, was man als NOTwendigkeit betrachtet.

Ja, Systemcrash, da kann ich dir wirklich aus vollem Herzen zustimmen.
Mehr noch: erst durch die vollständige gesamtgesellschaftliche Verwirklichung der anziehenden Arbeit (im Kommunismus, noch nicht in der Übergangsgesellschaft) ist die Lohnarbeit wirklich aufgehoben, weil sie schlichtweg überflüssig ist. Ohne anziehende Arbeit aber ist „Aufhebung der Lohnarbeit“ eine blosse Abstraktion.
Übrigens bin ich nach jahrzehntelanger „Politikpause“ (gründlich demoralisiert durch Erfahrungen mit organisiertem linken Sektierertum) erst durch die Beschäftigung mit Fourier mit einer im Nachhinein erstaunlichen Stringenz zum revolutionären Marxismus zurückgekehrt, und ich meine wirklich, dass ich erst heute, aus der „Fourieristischen Perspektive“, Marx und Engels überhaupt erst wirklich begreifen kann. Selbst in den früher für kryptisch gehaltenen ökonomischen Frühschriften liest es sich dann wie im Lesebuch.
Hat man Fourier wirklich begriffen und auch verstanden, was seine zeitbedingten Unzulänglichkeiten und Halbheiten waren, dann kann man eigentlich nur beim revolutionären Marxismus ankommen, es gibt gar keine andere Möglichkeit.
Und vor allem: Fourier, dieser genialste und „durchgeknallteste“ aller Utopisten erfüllte mich mit einer solchen Zuversicht, was die Zukunft der Menschheit anbetrifft, (wenn sie es nur begreifen kann) das kriegt auch kein Stalinismus und kein Sektierertum mehr tot.
Ein Arbeitskollege, dem ich Fouriers Konzept der anziehenden Arbeit mal ausführlicher erklären konnte, rief am Ende aus: „Und das soll Kommunismus sein? Wie kann man so etwas NICHT wollen? Da müsste man ja geisteskrank sein.“
Allerdings: Fourier hielt nicht etwa die unmittelbare vollständige Einführung der anziehenden Arbeit für möglich, sondern sah dafür sogar drei ganze Gesellschaftsepochen (die 6. bis zur 8.) vor, also „Übergangsepochen“, was Marx und Engels auf zwei reduzierten (Unter- und Oberstufe des Kommunismus).
Aber auch: mit Fourier im Hinterkopf kann man kein bürokratisches Zwischen- oder Übergangsregime für „kommunistisch“ oder selbst „sozialistisch“ halten. Fourier „immunisiert“ gegen solche Fehler ebenso wie gegen Reformillusionen in den Spätkapitalismus. Keine kapitalistische „Reform“ ist denkbar, die die anziehende Arbeit gesamtgesellschaftlich einführen wollte oder könnte.
Das witzige dabei ist: die technologischen Voraussetzungen zu ihrer Einführung sind – im Unterschied zum Zeitalter Fouriers, Marx und Engels – vollständig gegeben z.B. durch das Internet, das weltweit vernetzte Arbeitsbörsen anziehender Arbeit möglich machen würde. Es hängt nur am berühmten „subjektiven Faktor“, und das ganz praktisch.

NACHTRAG:
Die härtesten und uneinsichtigsten Feinde des Konzeptes der anziehenden Arbeit fand ich NIE bei Kollegen oder in unpolitischen Bekanntenkreisen, sondern immer auf Seiten sogenannter „subjektiver Revolutionäre“. Das ist schon sehr merkwürdig und wirft ein Licht auf den Zustand vieler dieser „subjektiven Linken“, die doch meinen, dem Rest des Proletariats so viel „voraus“ zu sein.

„Bochumer Info“ (Wal Buchenberg) musste natürlich  noch unbedingt seinen Senf dazu geben, um eine im Prinzip verlorene Diskussion durch mit aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten garnierten abstrusen Unterstellungen doch noch irgendwie zu retten:

Der tiefere Sinn dieser Spaßgesellschaft, die hier propagiert wird, ist der, dass mittels Spaßtheorie die verknöcherte Form der Arbeitsteilung erhalten bleiben kann. Da die Menschen ja so verschieden sind, hat jeder an anderem Spaß. Die einen lieben es eben Klos zu putzen und Dreck zu schippen, die anderen lieben es zu programmieren, zu komponieren und zu kommandieren. So bekommt ein jeder, was er möchte, die Wirtschaft blüht und gedeiht und das Leben ist schön. Und für alle Zeiten gibt es Staplerfahrer und Manager, Kloputzer und Sesselfurtzer, Maurer und Architekten, Programmierer und Knöpfedrücker, Ärzte und Arzthelferinnen, weil es eben jedem von ihnen so Spaß macht.
Diesen Spaßtheoretikern muss „es allerdings als eine Ungeheuerlichkeit erscheinen, dass es einmal keine Karrenschieber und keine Architekten von Beruf mehr geben soll und dass der Mann, der eine halbe Stunde lang als Architekt Anweisungen gegeben hat, auch eine Zeitlang die Karre schiebt, bis seine Tätigkeit als Architekt wieder in Anspruch genommen wird. Ein schöner Sozialismus, der die Karrenschieber von Beruf verewigt!“ F. Engels, Anti-Dühring, MEW 20, 186.
Oder bei Marx: „In einer kommunistischen Gesellschaft gibt es keine Maler, sondern höchstens Menschen, die unter anderem auch malen.“ K. Marx, Deutsche Ideologie, MEW 3, 379.

Deshalb klingt es den Spaßtheoretikern schrill in den Ohren, wenn Marx feststellt: „Einmal die Arbeit emanzipiert, so wird jeder Mensch ein Arbeiter, und produktive Arbeit hört auf, eine Klasseneigenschaft zu sein.“ K. Marx, Bürgerkrieg in Frankreich, MEW 17, 342.

„Jeder ein Mensch Arbeiter“? Das ist doch kein Kommunismus, der Spaß macht!
Denn in der Spaßtheorie beginnt der (soziale) Zwang genau dort, wo der Spaß aufhört. Spaßtheoretiker können sich nur vorstellen, dass Arbeiten, die vielleicht keinen Spaß machen, aber nötig sind, nur mittels sozialer Zwangsmaßnahmen erledigt werden können.

Hinter dem Spaßvorhang lugt noch die kritische Frage, was denn passiere, wenn sich nicht ausreichend Spaßgesellen finden, um anfallende unspaßige Aufgaben zu erledigen. Nun, dann wird dem Spaß eben nachgeholfen werden durch allerlei Spaßspiele, Spaßpreise, Spaßauszeichnungen, Spaßbeförderungen und Spaßuniformen.

Wer wirklich Spaß haben will, der bekommt ihn. Nachzulesen bei Fourier, Freud, Marcuse und den Beatles.

Gruß Wal Buchenberg

„Ist es denn wirklich so, dass wir jeden Dreck, der vom Westen kommt, nu kopieren müssen? Ich denke, Genossen, mit der Monotonie des Je-Je-Je, und wie das alles heißt, ja, sollte man doch Schluss machen.“ (Walter Ulbricht).

Da Wal Buchenberg soeben mein Posting im Marx-Forum auf meinen Artikel „travail attractif – anziehende Arbeit“ gerade klammheimlich gelöscht hatte und auch noch meinen dortigen Account , fiel meine Antwort dementsprechend unfreundlich und vernichtend aus:

 Was diesen Scharlatan und Schwindler Wal Buchenberg anbetrifft, so möchte ich auf folgendes hinweisen:

1. Die direkte Antwort auf seinen (ausser Fourier-Zitaten weitgehend inhaltsfreien Beitrag)
http://marx-forum.de/diskussion/forum_entry.php?id=6882
welcher auf diesen Artikel verlinkte:
https://bronsteyn.wordpress.com/2012/04/03/„travail-attractif-anziehende-arbeit/
wurde von diesem Wal Buchenberg einfach klammheimlich gelöscht.
Er muss es sehr fürchten, dass dieser Artikel gelesen werden könnte.

2. Die Erbärmlichkeit und Unglaubwürdigkeit dieser Person kommt aber in vollem Umfang in diesem Posting zum Ausdruck:
Zum krönenden Abschluss
verfasst von Moderation, 04.04.2012, 07:55
» Und damit verabschiede ich mich aus dieser Erörterung und diesem Forum.
Dir macht die Diskussion hier keinen Spaß? Dann ist diese Diskussion wohl für dich unzumutbar.

Gruß Wal/Moderation

P.S. Dein Account wurde wunschgemäß gelöscht.

Was den Schwachsinn, den Buchenberg oben gepostet hat, anbetrifft, so folgt nun der Beweis, dass Wal Buchenberg ein Lügner ist (ich bitte Systemcrash im Nachhinein um Entschuldigung dafür, die Wahrheit in einer dementsprechenden Behauptung von ihm nicht erkannt zu haben).

Diesen Spaßtheoretikern muss „es allerdings als eine Ungeheuerlichkeit erscheinen, dass es einmal „keine Karrenschieber und keine Architekten von Beruf mehr geben soll und dass der Mann, der eine halbe Stunde lang als Architekt Anweisungen gegeben hat, auch eine Zeitlang die Karre schiebt, bis seine Tätigkeit als Architekt wieder in Anspruch genommen wird. Ein schöner Sozialismus, der die Karrenschieber von Beruf verewigt!“ F. Engels, Anti-Dühring, MEW 20, 186.

(Wal Buchenberg wusste natürlich nicht, dass ich gerade neulich einen Artikel über genau diese Textstelle geschrieben hatte und mir so gerade recht kam. Ich wusste sofort, dass er diese Schrift gar nicht vollständig gelesen haben KANN, denn Engels nimmt gerade dort geradezu aggressiv das von ihm verehrte Genie Fourier gegen den Schwätzer Dühring in Schutz.).

Buchenberg verschanzt sich also wie üblich hinter Zitaten, deren Inhalt er gar nicht in der Lage ist zu verstehen.

Zufällig hatte ein längerer Grundsatzartikel von mir genau jenes Engels-Zitat zum Inhalt:
https://bronsteyn.wordpress.com/2012/02/23/faule-arbeiter-karl-eugen-duhring-und-die-ddr-3/

Ja, es ist richtig, Engels propagierte die Aufhebung der Unterscheidung von Archtithekt und Karrenschieber.

Ein Lügner ist Wal Buchenberg deswegen, weil er demagogisch wider besseren Wissens mir und anderen „Spaßtheoretikern“ eine Position unterschiebt, die wir nicht nur nie eingenommen haben, sondern die wir energisch bekämpfen.

Aber einem Wal Buchenberg geht es auch nicht um Sachlichkeit in der Diskussion.

Denn sonst wüsste er nämlich, dass die Idee der Aufhebung der Unterscheidung Archithekt-Karrenschieber etwas ist, was Marx und Engels von keinem geringeren als von Charles Fourier übernommen hatten.

Gewiss kann man von einem politischen Analphabeten wie Wal Buchenberg nicht verlangen, die Werke von Fourier, Marx und Engels wirklich zu kennen, aber die Verdrehungen, die er hier vornimmt, haben mit „falschem Verstehen“ nichts mehr zu tun, sondern können nur noch als Demagogie und Lüge bezeichnet werden.

Die Wahrheit über Fourier:
Fourier war der Ansicht, dass jeder Mensch nach ungefähr 2 Stunden die Tätigkeit wechseln sollte, also bis zu 4 mal am Tag, und sich dabei auch weder auf nur handwerkliche oder nur geistige Tätigkeiten beschränken sollte.
Für dieses Konzept der Aufhebung der Arbeitsteilung war Fourier zu seiner Zeit bekannt und ausser von Marx und Engels, die gerade diesen Punkt (z.B. auch im Anti-Dühring) bei ihm energisch verteidigten, wurde Fourier wegen dieser Auffassung auf das wütenste angegriffen („Spinner“ und „Idiot“ laut Dühring).

O-Zitat Fourier:
„Begeisterung für eine Sache kann in Landwirtschaft / Manufaktur nicht länger als 2 Stunden anhalten“.

So etwas hätte Wal Buchenberg wissen müssen, wenn er auch nur einen Hauch Ahnung hätte („ich kenne Fourier und Marx“ – lachhaft).

In jedem Fall hat er gelogen, sei es darin, dass er Fourier „kennen“ würde (der regelmässige Wechsel der Tätigkeit ist nämlich ein Kernpunkt von Fouriers Konzeption) oder umgekehrt, dass er das wohl wusste, aber trotzdem so unverschämte Behauptungen wie oben in die Welt setzt, die dann eben Lügen sind.

Nun, ich für meinen Teil habe begriffen, wie es in einer „Bochumer Kommune“ ablaufen würde, deutlicher kann es nun wirklich nicht mehr werden.

Es handelt sich nicht mehr um irgend ein falsches Verstehen von Fourier, Marx und Engels, sondern die Bösartigkeit der Unterstellungen und das sichtliche Bestreben, seine „Schäfchen“ davon abzuhalten, meine Texte zu lesen, würden W.B. allenfalls zu einem Bochumer Pol Pot („dezentrale Bedarfswirtschaft“), prädestinieren, aber zugunsten der Bewohner Bochums bin ich guten Mutes, dass es nie dazu kommen wird.

Ich kann also auch holzen, und zwar im Zweifelsfall besser als ein Wal Buchenberg, der mir – wie es seine Art ist – den Dühringschen Standpunkt unterschieben wollte, um denselben dann großmäulig mit einem geborgten Engels-Zitat zu  „widerlegen“. Nicht sehr originell, das macht er immer oder jedenfalls sehr oft so.

Mattte (ich nehme an, jemand von der SIB) postete daraufhin:

Hallo Bronsteyn

So gut ich deine Argumente verstehen kann und dein Wissen über Fourier schätzte, finde ich dennoch, dass jegliche Beleidigungen (ob nun berechtigt oder nicht) deine eigenen Argumente entwerten. Von da her bitte ich nochmals darum Angriffe auf Personen und Beschimpfungen einfach zu unterlassen.

Dazu drängt sich mir eine schwerwiegende Frage auf. Kann die Problematik des Konzepts der „anziehenden Arbeit“ wirklich von uns beantwortet werden, von Leuten die vollkommen vom bürgerlichen Bewusstsein geprägt sind und nicht einmal Revolutionsluft geschnuppert haben, geschweige denn den Kommunismus erlebt haben?!

Ich möchte nicht alle Probleme beiseite schieben, aber handelt es sich hier nicht um eins, was sogar noch nach der Revolution geklärt werden kann? Weder der Organisation des Aufbau noch die Art und Weise der Revolution/des revolutionären Bruchs wirken sich in irgend einer Weise zwingend auf die Arbeitsweise der späteren Gesellschaft aus.

…..

Da es sich bei den Lesern des NAO-Blogs teilweise um Leute handelt, die einen gewissen Wert auf „Orthodoxie“ legen, postete ich zum Beleg dafür, dass Wal Buchenberg ohne Sinn und Verstand Textfragmente aus ihrem Zusammenhang reisst, um seine Theorie des ewigen Arbeitszwangs zu rechtfertigen, folgendes umfangreichere Engels-Zitat, in dem er das von ihm verehrte Genie Charles Fourier erbittert verteidigt:

Engels. „Anti-Dühring“:
Die Utopisten waren bereits vollständig im reinen über die Wirkungen der Teilung der Arbeit, über die Verkümmerung einerseits des Arbeiters, andrerseits der Arbeitstätigkeit selbst, die auf lebenslängliche, einförmige, mechanische Wiederholung eines und desselben Aktes beschränkt wird. Die Aufhebung des Gegensatzes von Stadt und Land wird von Fourier wie von |273| Owen als erste Grundbedingung der Aufhebung der alten Arbeitsteilung überhaupt gefordert.
Bei beiden soll die Bevölkerung sich in Gruppen von sechzehnhundert bis dreitausend über das Land verteilen; jede Gruppe bewohnt im Zentrum ihres Bodenbezirks einen Riesenpalast mit gemeinsamem Haushalt. Fourier spricht zwar hier und da von Städten, diese aber bestehn selbst wieder nur aus vier bis fünf solcher näher zusammenliegenden Paläste.
Bei beiden beteiligt sich jedes Gesellschaftsglied sowohl am Ackerbau wie an der Industrie; bei Fourier spielen in dieser letztern Handwerk und Manufaktur, bei Owen dagegen schon die große Industrie die Hauptrolle und wird von ihm bereits die Einführung der Dampfkraft und Maschinerie in die Haushaltungsarbeit verlangt.
Aber auch innerhalb des Ackerbaus wie der Industrie fordern beide die möglichst große Abwechslung der Beschäftigung für jeden einzelnen, und dementsprechend die Ausbildung der Jugend für möglichst allseitige technische Tätigkeit.
Bei beiden soll der Mensch sich universell entwickeln durch universelle praktische Betätigung und soll die Arbeit den ihr durch die Teilung abhanden gekommnen Reiz der Anziehung wieder erhalten, zunächst durch diese Abwechslung und die ihr entsprechende kurze Dauer der jeder einzelnen Arbeit gewidmeten »Sitzung«, um Fouriers Ausdruck zu gebrauchen.
Beide sind weit hinaus über die dem Herrn Dühring überkommne Denkweise der ausbeutenden Klassen, die den Gegensatz von Stadt und Land für der Natur der Sache nach unvermeidlich hält, die in der Borniertheit befangen ist, als müßte eine Anzahl von »Existenzen« unter allen Umständen zur Erzeugung eines Artikels verdammt sein, und die die sich nach der Lebensweise sondernden »ökonomischen Spielarten« von Menschen verewigen will, die Leute, die Freude an der Ausübung grade dieser und keiner andern Sache haben , die also so weit heruntergekommen sind, daß sie sich über ihre eigne Knechtung und Vereinseitigung freuen. Gegenüber den Grundgedanken selbst der tollkühnsten Phantasien des »Idioten« Fourier, gegenüber selbst den dürftigsten Ideen des »rohen, matten und dürftigen« Owen steht der selbst noch ganz unter die Teilung der Arbeit geknechtete Herr Dühring da wie ein vorlauter Zwerg.
http://www.mlwerke.de/me/me20/me20_239.htm

Und was folgern wir daraus?
Wal Buchenberg hat offensichtlich genau die Texte, aus die er ohne Sinn und Verstand Fragmente klaubt, offensichtlich noch nicht einmal gelesen, geschweige denn verstanden.

Noch einmal ganz genau, damit es jeder lesen und verstehen kann:

Bei beiden (Fourier und Owen) soll der Mensch sich universell entwickeln durch universelle praktische Betätigung und soll die Arbeit den ihr durch die Teilung abhanden gekommnen Reiz der Anziehung wieder erhalten

Reiz der Anziehung“ – was kann das anderes bedeuten als „anziehende Arbeit“?

quod erat demonstrandum

Das machte Wal Buchenberg wohl einstweilen sprachlos, so weit hatte er im Anti-Dührung wohl noch nicht gelesen.

Systemcrash, der auch auf Wal Buchenberg nicht gut zu sprechen ist, postete folgendes:

 dieser thread hat doch auf hervorragende weise demonstriert, WER hier die sachliche debatte scheut und sabotiert.

Mattte, du kannst mich gerne dissen, aber WB als westentaschen pol pot zu bezeichnen, ist keine beleidigung, sondern eine absolut treffende ERKENNTNIS.

Durchaus unfreundlich, allerdings stammte der Pol-Pot-Vergleich von mir, was sicherlich auch durchaus nicht freundlich war. Allerdings: in der Tat stellte das Pol-Pot-Regime durchaus eine „dezentrale Bedarfswirtschaft“ dar, wie sie von den Bochumern als Allheilmittel ausgegeben wird, und dazu noch eine nicht funktionierende.

Da der politische Schaden meines Hinauswurfs aus dem Marx-Forum wohl durchaus beachtenswert zu sein scheint, signalisierte Wal Buchenberg plötzlich dann Einlenken:

Hallo Leute,
solange aus jeder sachlichen Meinungsverschiedenheit persönliche Feindschaften entstehen, solange bekommt die radikale Linke nichts geklärt und nichts gebacken.
Sie bleibt, was sie jetzt ist: ein Sektenwesen.

Gruß Wal Buchenberg

P.S. Ich habe Bronsteyns Statement „Und damit verabschiede ich mich aus dieser Erörterung und diesem Forum.“ Wörtlich genommen und deshalb seinen Account im Marx-Forum gelöscht.

Falls sein Abschied irgendwie anders gemeint war, und er weiter im Marx-Forum mitdiskutieren will, dann wird er selbstverständlich wieder eingetragen.
Nochmals zur Sache: die „Bochumer“ machen (wie Marx) einen Unterschied zwischen „notwendiger Arbeit“ (=produktive Arbeit) und „freier Arbeit“ (zweckfreie, geistige, künstlerische Betätigung). Beides kann Spaß machen, muss aber nicht.
Die „notwendigen Arbeiten“ sind (in der Mehrzahl) eine Last, die eine freie Gesellschaft auf ein Minimum reduzieren wird, um dafür um so mehr Zeit für jedermanns und jederfrau freie Betätigung zu finden.

Das ist alles und das ist wirklich keine Schlammschlacht und keine persönliche Feindschaft wert.

Gruß Wal Buchenberg

Das ist zwar eine Ausrede, aber ich tue mal so, als würde ich es nicht bemerken.

Ich versuchte dieses Einlenken also durchaus zu honorieren, aber die Sache der Attraktiven Arbeit als Wesenkern des Kommunismus verfolge ich durchaus, das gebe ich zu, mit Härte in der Sache. Da bin ich „Fanatiker“. Alle „marxistischen Gurus“ sollen das durchaus wissen.

Meine Antwort:

@Wal Buchenberg

Dann frage dich selbst, warum du auf meine Eingaben hinsichtlich Fourier und dem Konzept der anziehenden Arbeit mit einer solchen Feindseligkeit reagiert hast.

Mir ist das nicht neu.
Sehr viele vorgebliche „Marxisten“ reagieren nämlich auf solche Eingaben nicht nur ablehnend, sondern sogar mit ausgeprochener Feindseligkeit, wenn ich anhand entsprechender Textzitate ihnen auch noch nachweise, dass Marx und Engels die anziehende Arbeit als das tragende Prinzip der kommunistischen Gesellschaft ansahen.

Du hast also genau so reagiert wie viele andere, auch darin, letztlich so die Contenance zu verlieren, dass es ohne Ausschluss nicht mehr geht.

Übrigens seid ihr Bochumer sachlich im Irrtum, was gerade an deiner sachlichen Zusammenfassung deutlich zu sehen ist:

die „Bochumer“ machen (wie Marx) einen Unterschied zwischen „notwendiger Arbeit“ (=produktive Arbeit) und „freier Arbeit“ (zweckfreie, geistige, künstlerische Betätigung). Beides kann Spaß machen, muss aber nicht.
Die „notwendigen Arbeiten“ sind (in der Mehrzahl) eine Last, die eine freie Gesellschaft auf ein Minimum reduzieren wird, um dafür um so mehr Zeit für jedermanns und jederfrau freie Betätigung zu finden.

1. Notwendige Arbeit ist nicht identisch mit produktiver Arbeit. Produktive Arbeit ist nicht notwendigerweise notwendig, denn sonst gäbe es keine technologischen und kulturellen Fortschritte. Auch ist notwendige Arbeit nicht notwenigerweise produktiv.
2. Freie Arbeit ist nicht identisch mit zweckfreier Arbeit, oder will jemand behaupten, das Komponieren hätte keinen Zweck, nämlich den, ein Musikstück hervorzubringen?
3. Freie Arbeit ist auch nicht nicht identisch mit geistiger Betätigung. Sie kann geistig sein, muss es aber nicht.
4. Freie Arbeit ist auch nicht unbedingt identisch mit künstlerischer Betätigung.

Ich meine es ganz im Ernst, Wal Buchenberg, wenn ich dir rate, die Textstellen, aus denen du dir deine Zitate holst, erst einmal genauer zu lesen und zu verstehen:
Allerdings erscheint das Maß der Arbeit selbst äußerlich gegeben, durch den zu erreichenden Zweck und die Hindernisse, die zu seiner Erreichung durch die Arbeit zu überwinden. Daß aber diese Überwindung von Hindernissen an sich Betätigung der Freiheit (!!!) – und daß ferner die äußren Zwecke den Schein bloß äußrer Naturnotwendigkeit abgestreift erhalten und als Zwecke, die das Individuum selbst erst setzt, gesetzt werden – also als Selbstverwirklichung, Vergegenständlichung des Subjekts, daher reale Freiheit, deren Aktion eben die Arbeit, ahnt A. Smith ebensowenig.
(MEW 42)

Statt A.Smith könnte da genau so gut Wal Buchenberg stehen, da beisst die Maus keinen Faden ab.

Marx stimmt A.Smith sogar zu, aber nur was die Geschichte der Klassengesellschaften angeht

Wörtlich liest sich das dann so:

Allerdings hat er recht, daß in den historischen Formen der Arbeit als Sklaven-, Fronde-, Lohnarbeit die Arbeit stets repulsiv, stets als äußre Zwangsarbeit erscheint und ihr gegenüber die Nichtarbeit als „Freiheit und Glück“.

Aber!

Es gilt doppelt: von dieser gegensätzlichen Arbeit und, was damit zusammenhängt, der Arbeit, die sich noch nicht die Bedingungen, subjektive und objektive, geschaffen hat (oder auch gegen den Hirten- etc. Zustand, der sie verloren hat), damit die Arbeit travail attractif203, Selbstverwirklichung des Individuums sei , was keineswegs meint, daß sie bloßer Spaß sei, bloßes amusement204, wie Fourier [, p. 245-252] es sehr grisettenmäßig naiv auffaßt. Wirklich freie Arbeiten, z.B. Komponieren, ist grade zugleich verdammtester Ernst, intensivste Anstrengung.

Ein wenig peinlich für Wal Buchenberg, denn genau diese Textstelle aus den „Grundrissen“ hatte er ja im Marx-Forum als „Beweis“ angeführt, dass Karl Marx gegen das Fouriersche Konzept der attraktiven Arbeit gewesen sei. Natürlich steht das glatte Gegenteil drin.

Was sagt also Marx?
Richtig: die Zukunft gehört der travail attractif.

Was Fourier angeht, tut Marx hier dem von ihm ansonsten verehrten Genie sogar unrecht, denn Fourier unterschied ja durchaus zwischen „einfachem“ und „komplexem, zusammengesetzten“ Vergnügen, wie das seine Art war.
Aber Marx geht es in diesem Text gar nicht um eine eingehendere Beschäftigung mit Fourier, dessen Konzept der anziehenden Arbeit er ja eindeutig und rückhaltlos gut heisst.

Fourier hätte Marx durchaus zugestimmt, wenn er sagt:

Wirklich freie Arbeiten, z.B. Komponieren, ist grade zugleich verdammtester Ernst, intensivste Anstrengung.

Aber er hätte hinzugefügt, dass Komponieren eben ein „komplexes, zusammengesetztes Vergnügen“ sei.
Das Erklimmen des Mount Everest durch Amateur-Gipfelstürmer beispielsweise ist auch so ein „komplexes, zusammengesetztes“ Vergnügen, weil es eben ein Gesamtwerk ist. Erst wenn es erreicht ist, kann der Bergsteiger sich wirklich großartig fühlen, vorher wird er frieren und sich aufs äusserste anstrengen müssen.

Was ist mich frage: Warum nur erwecken solche Erörterungen immer wieder nur solche manchmal bis ins Fanatische gehende Feindseligkeit bei (vorgeblichen) „Marxisten“?

Eine Frage, auf die ich bis jetzt nur Mutmassungen zur Antwort habe.

Eine berechtigte Frage, oder? Haben Sie, liebe Leser eine Antwort darauf? Posten Sie das als Kommentar!

Und auf Matte bezogen schrieb ich noch zwei weitere Postings:

Wer wirklich Spaß haben will, der bekommt ihn.
(Wal Buchenberg)

Wenn Milliarden Proletarier weltweit vollinhaltlich begreifen würden, dass genau dies die Essenz der kommunistischen Gesellschaft ist, dann könnte keine Macht der Welt dieses Milliardenheer davon abhalten, lieber heute als morgen das gesamte Gebäude des Spätkapitalismus, das der Mehrheit der proletarischen Klasse so überhaupt keinen Spass macht, unverzüglich einzureissen und durch ein wohnlicheres zu ersetzen.

Schließlich will ich es auch honorieren, wenn Wal Buchenberg mal einen klugen Satz gesagt hat,  selbst wenn er invektiv gemeint war. Aber manche Menschen können eben fast nur invektiv kluge Sachen sagen.

Und:

@ Matte

Dazu drängt sich mir eine schwerwiegende Frage auf. Kann die Problematik des Konzepts der „anziehenden Arbeit“ wirklich von uns beantwortet werden, von Leuten die vollkommen vom bürgerlichen Bewusstsein geprägt sind und nicht einmal Revolutionsluft geschnuppert haben, geschweige denn den Kommunismus erlebt haben?!

Dann nimm dir doch ein Vorbild an Fourier, Marx und Engels.
Ich meine das voll im Ernst.
Fourier gilt als der „Buster Keaton“ der Utopisten, weil es keine Abbildung von ihm gibt, auf der er lacht. Sein Werk – das Werk eines Genies, laut Engels – entstand unter Bedingungen, wo er lächerlich gemacht, verkannt und verspottet wurde.
Bebel über Fourier:

Eben erst der Babeuf’schen Verschwörung durch Anwendung brutaler Gewalt Herr geworden, ersteht ihr in dem jungen Fourier ein neuer Gegner, der sie mit den aus ihrem eigenen Arsenal entnommenen Waffen bekämpft. Doch es war nur ein Einzelner, der zunächst keinen Anhang hinter sich hatte, der auch weit entfernt war, mit denselben Mitteln, mit denen das Bürgerthum die Gewalt an sich gerissen hatte, die Befreiung der Unterdrückten zu erstreben. So waren die Todtschweigepraxis oder der Spott genügende Waffen, mit dem neuen Gegner fertig zu werden. Tausend Andere an Fourier’s Stelle würden in diesem vollständig hoffnungslos erscheinenden Kampfe, wo er, der mittel- und namenlose Kommis, einer Welt mächtiger Gegner gegenüberstand, den Muth haben sinken lassen. Fourier that das nicht. Männer, die unumstößlich an die Richtigkeit und Gerechtigkeit des von ihnen Gewollten glauben, werden Fanatiker, die sich durch nichts erschüttern lassen. Zu ihnen gehörte Fourier. Die bittersten Erfahrungen, die schwersten und schmerzlichsten Angriffe, Spott und Hohn, mit denen man ihn übergoß, machten ihn nicht irre. Mit wahrhaft eiserner Ausdauer und Energie suchte er sein System auszubauen und zu propagiren…

Und was ist mit Marx selbst, der sich mit Feuereifer an die Analyse der kapitalistischen Produktionsweise machte, was schließlich im dreibändigen „Kapital“ mündete?
War diese wahrlich titanische geistige Arbeit (die im Sinne der „Bochumer“ noch nicht einmal „notwendige“ und nach ihrer Auffassung noch nicht einmal produktive war) etwa für Karl Marx keine „anziehende Arbeit“, und zugleich „zugleich verdammtester Ernst, intensivste Anstrengung“? (Marx wusste genau, wovon er sprach, als er diese Zeilen schrieb).
Alle drei waren ursprünglich „vollkommen vom bürgerlichen Bewusstsein geprägt und hatten nicht einmal Revolutionsluft geschnuppert, geschweige denn den Kommunismus erlebt“.

Ich möchte nicht alle Probleme beiseite schieben, aber handelt es sich hier nicht um eins, was sogar noch nach der Revolution geklärt werden kann?

Nein. Denn eine „revolutionäre Linke“, die für die Zukunft nur Abstraktionen zu bieten hat, wird für das Proletariat niemals anziehend sein.

So weit bisher.

Das Posting eines Anarchisten habe ich übergangen, weil es inhaltlich nichts hergibt (ich hoffe, wenn mein Haus irgendwann mal brennt, wird es keine anarchistische Feuerwehr sein, die zum Löschen kommt).

Zu Wal Buchenberg möchte ich – als geschulter Fourier-Leser – noch bemerken, dass mir nicht entgangen ist, dass vor allem Ehrgeiz und Streitlust Motive seines Handelns sind, und nicht Erkenntnisinteresse. Als „Fourianer“ sage ich dazu: auch Menschen wie Wal Buchenberg werden im Kommunismus mit ihren Leidenschaften mit Sicherheit wohl integriert werden. Es werden „leidenschaftliche Serien“ der Rechthaben-Woller, der Ehrgeizigen und Streitsüchtigen formiert werden, in der Menschen wie Wal Buchenberg lustvoll ihre Neigungen leben können und sollen, zum Nutzen der Gemeinschaft. Das Genie Fourier hat es ja vorgedacht, wie das möglich sein könnte.

Aber einstweilen, im Kapitalismus, wo es noch keine Serien gibt, und wenn, dann nur unvollständige, so wie die „Bochumer“, da muss ich in der Sache hart sein, wenn es um „travail attractif“ geht.

Ich wollte mich tatsächlich für eine Weile aus der Diskussion im Marx-Forum zurückziehen, denn dass Buchenberg so von jetzt auf nachher seinen gravierenden Fehler würde einsehen können, das hielt ich aus meiner Kenntnis der menschlichen Psyche für ausgeschlossen. Denn unglücklicherweise (für Buchenberg) hat er sein gesamtes persönliches Prestige an eine unsinnige und unmarxistische Theorie gehängt, nämlich der von der Ewigkeit des Arbeitszwangs. Dann verliert der Gute Mann auch noch die Beherrschung und löscht voller Wut meine Postings und meinen Account.

Dumm gelaufen für ihn.

Aber wie wäre es, daraus zu lernen? Es kann doch nicht in seinem Interesse liegen, sein sonstiges Werk durch eine unsinnige, falsche Theorie zu entwerten.

Eigentlich nicht.

Aber das liegt nicht in meiner Hand! Ich habe keine Abneigung gegen Wal Buchenbergs besessenen Ehrgeiz als solchen, auf welches  Ziel er sich auch immer ausgerichtet haben möge. Im Kommunismus wird es für Leute wie ihn einen würdigen und sinnvollen Platz im „gesellschaftlichen Konzert“ (Fourier) geben, ganz sicher.

Wer aber  immer das Konzept der anziehenden Arbeit von Fourier, Marx und Engels angreift oder zu verfälschen und zu verunglimpfen sucht, kann sich dessen gewiss sein, dass ich mit allen meinen intellektuellen Fähigkeiten, ob mit Zitaten oder nicht,  zuschlagen werde.

Dann werde sogar ich so ehrgeizig wie Wal Buchenberg.

Im Namen einer Kommunistischen Zukunft für alle Menschen.

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Written by bronsteyn

5. April 2012 um 6:52 pm

2 Antworten

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  1. vlt hilft dir folgendes marx zitat, um den „marxologen“ buchenberg nach seinen leidenschaften hin zu klassifizieren:

    “Dieser Kommunismus – indem er die Persönlichkeit des Menschen überall negiert – ist eben nur der konsequente Ausdruck des Privateigentums, welches diese Negation ist. Der allgemeine und als Macht sich konstituierende Neid ist die versteckte Form, in welcher die Habsucht sich herstellt und nur auf eine andre Weise sich befriedigt. Der Gedanke jedes Privateigentums als eines solchen ist wenigstens gegen das reichere Privateigentum als Neid und Nivellierungssucht gekehrt, so daß diese sogar das Wesen der Konkurrenz ausmachen. Der rohe Kommunist ist nur die Vollendung dieses Neides und dieser Nivellierung von dem vorgestellten Minimum aus. Er hat ein bestimmtes begrenztes Maß. Wie wenig diese Aufhebung des Privateigentums eine wirkliche Aneignung ist, beweist eben die abstrakte Negation der ganzen Welt der Bildung und der Zivilisation, die Rückkehr zur unnatürlichen ||IV| Einfachheit des armen, rohen und bedürfnislosen Menschen, der nicht über das Privateigentum hinaus, sondern noch nicht einmal bei demselben angelangt ist.”
    —marx, philosophisch-ökonomische manuskripte

    immerhin spricht sich buchenberg in seinem marx forum gegen opern aus:

    “ …Kommunen ohne Oper, aber mit selbstverwaltetem Kulturzentrum usw….“
    http://marx-forum.de/diskussion/forum_entry.php?id=6949

    deine bezeichnung für buchenberg als „pol pot der bochumer kommune“ bekommt durchaus sinn. ein „vernichter“ der bürgerlichen kultur, der noch nicht einmal bei ihr ANGEKOMMEN IST.

    da hast du das psychologische geheimnis dieses bochumer mini diktators;
    möge er in seinem hauseigenen forum dieser leidenschaft noch möglichst lange frönen können!

    systemcrash

    5. April 2012 at 9:37 pm

  2. Ich bin etwas spät dran, trotzdem ein paar Anmerkungen, weil du zum Thema „anziehende Arbeit“ und „komplexes Vergnügen“ (bei Fourier) die Frage aufgeworfen hast:
    „Warum nur erwecken solche Erörterungen immer wieder nur solche manchmal bis ins Fanatische gehende Feindseligkeit bei (vorgeblichen) „Marxisten“?“

    Ich denke, das hat viele Facetten. Ein paar möchte ich nennen.

    Zum einen haben alle sozialistischen Umsetzungen immer hart mit den knappen Ressourcen kämpfen müssen, um überhaupt Versorgung sicherzustellen. Da erscheint eine vorrangige Betonung von Freude und Interesse an der Arbeit selbst als eher luxuriöse Forderung, für die man ja zusätzliche organisatorische Vorkehrungen treffen muss – und die auch mit einem Rückgang von Produktivität (Stückzahlen-Ausstoß) einhergehen kann. Aufwände für Zusatzausbildungen etc. kommen dazu. In der Not fixiert man sich auf die Disziplin und alles andere wird für kontraproduktiv erklärt.

    Bei heutigen Theoretikern mag hinzukommen, dass man sich ohnehin schwer tut mit systematischen Konzepten des Sozialismus; man redet von Erhebung des Bedarfs und einer daraus resultierenden Planung der Produktion und Einteilung der dazu notwendigen Arbeit. Dass bezüglich der Art und Weise des Arbeitens selbst ebenfalls Bedürfnisse geltend gemacht werden, ist natürlich eine große Komplizierung. Meist wird daher nur die Länge des Arbeitstages diskutiert, weniger das, was innerhalb dessen stattfindet, und wenn, dann bezogen auf Sicherheit, Ökologie und Stressfreiheit. Aber Fourier geht ja wesentlich weiter.

    Eine ganz andere Linie noch ist die Angst vor einer Instrumentalisierung von „anziehender Arbeit“. Im Sowjetsystem hieß es schon mal, alle Arbeit könne ja jetzt gerne und mit Begeisterung getan werden, da sie ja allen diene und nicht mehr durch Ausbeuter kommandiert werde. Schwer ranklotzen, sogar die Gesundheit riskieren aber dann stolz sein, wieder mal den Plan erfüllt zu haben. Sozusagen die Motivation von Bergsteigern – „komplexes Vergnügen“ bei Fourier – umgemünzt auf die Kumpel im Stahlwerk und unter Tage. Das ist natürlich nicht lustig. Es ist ein verbreitetes Urteil über den Kommunismus, dass man dort die Arbeit als erstes Lebensbedürfnis zu sehen habe, während man im Kapitalismus wenigstens drüber fluchen darf.

    Noch anders geht eine Argumentation, die ich von einem Unternehmensberater hörte: Fourier gebe viele Anregungen für das Thema Mitarbeiter-Motivation, z. B. Teams gegeneinander konkurrieren lassen und in den Think-Tanks, wo neue Produkte ersonnen werden sollen, fast beliebig viel Freiräume zu lassen. So holt man dann das letzte aus den Leuten heraus. Berufsanfänger finden das erstmal Klasse.
    Natürlich kann Fourier nichts für diese Zweckentfremdung seiner Ideen.

    Gruß
    Mattis

    Mattis

    31. Oktober 2012 at 1:06 pm


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