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Antwort auf die Frage von Hans-Dieter Wege

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Leserbrief von Hans-Dieter Wege zu „travail attractif“ – anziehende Arbeit an „Scharf-Links“

06.04.12 Leserbriefe

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Es kann durchaus angehen, dass ich nicht Alles aus diesem sehr langen Beitrag auch richtig verstanden habe.

Ich stelle mir nur eine einzige Frage hierzu: „Wie soll eine Gesellschaft ihre eigene Reproduktion garantieren können, wenn alle Menschen damit beginnen würden sich mit anziehender Arbeit zu beschäftigen, wie in dem Artikel beispielhaft gebracht dem Komponieren?“

Bestimmt würde das ja auch für das Malen, das Singen oder für allen anderen Musen gelten.

In meinen Augen wird wohl in jedem System das Recht auf die individuelle Freiheit zumindest so weit beschnitten werden müssen, wenn die persönlich Freiheit damit beginnt die Freiheit der Gesellschaft und deren Reproduktion zu gefährden.

Und wohl niemand wird sich, sollte sich die anziehende Arbeit wirklich nur auf diese Musen beziehen, davon satt werden können, würden sich alle Menschen die Freiheit nehmen sich ausschließlich dieser Arbeit zu widmen.

Wie schon oben geschrieben, ich muss es auch nicht unbedingt richtig verstanden haben, aber dieses wäre meine Meinung hierzu, falls doch?

Freundliche Grüße

Hans-Dieter Wege

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„Wie soll eine Gesellschaft ihre eigene Reproduktion garantieren können, wenn alle Menschen damit beginnen würden sich mit anziehender Arbeit zu beschäftigen, wie in dem Artikel beispielhaft gebracht dem Komponieren?“

Zunächst vielen Dank für den anregenden Diskussionsbeitrag.

Ich bitte um Nachsicht für die sofort harte Kritik an dieser Frage, aber ich will es auf den Punkt bringen: sie haben offensichtliche die Ausgangshypothese im Hinterkopf, dass anziehende Arbeit bedeutet, auf notwendige Arbeit keine Rücksicht mehr zu nehmen.

Die „Marxologen“ des „Bochumer Programms“ sind gewiss auch dieser Meinung, was nichts daran ändert, dass es sich um verinnerlichte neoliberale Prograganda handelt.

Die Kernbotschaft dieser Propaganda ist: Wenn die Masse der Lohnabhängigen ihre persönlichen Bedürfnisse nicht über jede Schmerzgrenze hinaus einschränken, dann „bricht die Wirtschaft zusammen“.

Ein Charles Fourier konstatierte für die frühkapitalistische Wirtschaft zu Beginn des 19. Jahrhunderts schon, dass zwei Drittel aller Menschen keine nützliche oder sogar schädliche Arbeit leisteten, und das gilt für die von Überproduktionskrisen geschüttelte Weltwirtschaft von heute erst recht.

Der Spätkapitalismus heute platzt schier vor lauter materiellem Überfluss, welcher aber deswegen nicht etwa an die Massen der Lohnabhängigen verteilt wird. Dieses System leistet sich den Überfluss, weltweit dutzende von Millionen Menschen in Arbeitslosigkeit darben zu lassen. Es leistet sich den Luxus ständiger Kriege, der Vergeudung von Milliarden für Spekulationswetten usw.

Gemessen an dem allem, Herr Wege, mit Verlaub, ist ihre obige Frage naiv.

Die Epoche der menschlichen Entwicklung vor den Klassengesellschaften war durch anziehende Arbeit und „ungeordnete Serien“ gekennzeichnet.

Jahrhundertausende lebten Menschen in Horden zusammen, welche letztlich nichts anderes als freiwillige Zusammenschlüsse darstellten. Gewiss wurde man immer in eine Horde hinein geboren, aber das völlig unstrittige Recht, dieselbe auch zu verlassen, war gegeben.

Selbst ein geachteter Stammesführer oder eine geachtete Stammesführerin hatte keine direkte Kommandogewalt über diejenigen, die ihn oder sie als charismatische Persönlichkeit ansahen.

Sie beschäftigen sich doch intensiv mit der Kultur der Indianer, Herr Wege.

Ist Ihnen dabei nicht aufgefallen, dass gerade sie Steppenlandindianer Nordamerikas im Grunde in Serien im Sinne Fouriers organisiert waren?

Die Ethnologie spricht von sogenannten „Bands“ (wörtlich „Banden“), in die die nach Erblinien strukturierten Stämme immer wieder auseinanderfallen. Diese bildeten sich immer wieder um einzelne charismatische Personen.

Die betraf auch die wirtschaftliche Organisation, denn eine solche „band“ war es letztlich, die einer Herde jagbarer Büffel folgte, um sich, marxistisch ausgedrückt, zu reproduzieren.

Ich will jetzt keine unterstützenden Marx- und Engels-Zitate anführen, wie es für Pseudo“Marxisten“ typisch ist. Es genügt, wenn man den Inhalt etwa von „Ursprung der Familien, des Privateigentums und des Staates“ von Engels gelesen und verstanden hat.

Einem intelligenten Menschen muss das reichen, um von dort aus selbständig weiter zu denken.

Was ich einfach sagen will: die „bands“ der nordamerikanischen Steppenland-Indianer praktizierten also anziehende Arbeit, ohne dass dadurch die Reproduktion der Gesellschaft in Gefahr gewesen wäre. Diese Reproduktion kam erst in Gefahr, als die weissen Einwanderer zu tausenden die Büffel abschlachteten und diese noch nicht einmal zur Ernährung benötigten, denn ausschließlich am Tauschwert in Geld der Felle waren sie interessiert.

Was ich über die nordamerikanischen Steppenland-Indianer sagte, gilt im Prinzip für alle gentilen Gesellschaften.

Als die spanischen Kolonisatoren „Amerika entdeckten“, lebten schon Menschen dort. Speziell in der Karibik handelte es sich um das Volk der Tainos, eines Teil der amerikanischen Ethnie der Arawaks. Diese begrüßten Kolumbus und seine Mannschaften sehr freundlich mit überreichlichen Geschenken.

Die Arawaken lebten in dörflichen Kommunen und bauten über eine entwickelte Agrarkultur unter anderem Getreide, Süßkartoffeln und Maniok an. Sie konnten z.B. Spinnen und Weben..

http://de.wikipedia.org/wiki/Arawak

Das klingt durchaus nach einer Gesellschaftsordnung, die auch Überfluss erwirtschaften konnten. Und dieser Überfluss wurde noch nicht von einer herrschenden Klasse angeeignet, denn wie könnten sonst solche Gebräuche zu erklären sein:

Im Logbuch beschrieb er sie als naiv und großzügig, „Sie bieten jedem [ihre Güter] an zu teilen“

http://de.wikipedia.org/wiki/Arawak

Ist Ihnen klar, Herr Wege, dass diese Arawak bei allem was sie hinsichtlich der Nahrungsmittelproduktion taten, anziehende Arbeit verrichteten? Denn Zwangsmittel, um Menschen zu Arbeit zu zwingen, gab es bei den Tainos/Arawaks definitiv nicht.

Vielleicht werden nun irgendwelche Leute sagen: Jaaaaa, aaaaber es wird die Not des Hungers gewesen sein, die die Tainos zum Arbeiten zwang.

So ist eben die Vorstellungswelt von Menschen, die den Arbeitszwang durch die herrschenden Klassen verinnerlicht haben.

Tatsächlich deutet nichts darauf hin, dass die Tainos hungrig gewesen wären. Bei Tauschakten mit den Kolonialisten akzeptierten sie sogar Glasperlen als Tauschmittel, einfach weil die ihnen so gut gefielen. So tauscht niemand, der ständige Hungersnot kennt.

Freilich, die Tainos wehrten sich mit allen Kräften, als sie von den Spaniern zur Arbeit in der Landwirtschaft (und zwar auf den Gütern der Kolonisatoren) gezwungen werden sollten.

Die Taíno waren durch Versklavung, Verfolgung, Raub des Agrarlandes und Besitzübergang zu spanischen Großgrundbesitzern und eingeschleppte Krankheiten bereits nach hundert Jahren spanischer Conquista ausgerottet.

http://de.wikipedia.org/wiki/Arawak

Ich erinnere nochmals daran, dass es sich um eine Gesellschaft handelte, in der die anziehende Arbeit von Natur verwirklicht war und offenkundig die Reproduktion dieser Gesellschaft erst durch die Ankunft der Spanier tödlich bedroht wurde, und nicht dadurch, dass sie sich mit anziehender Arbeit beschäftigten, was nämlich der Fall war.

Weiter (ohne Marx/Engel-Zitate, nur mit gesicherten Fakten laut wikipedia):

Erste Begegnungen mit dem Seefahrer in spanischen Diensten Christoph Kolumbus 1492 verliefen friedlich, die Arawaken boten den Seefahrern laut dem Logbuch von Kolumbus unter anderem Baumwolle an und die Seefahrer tauschten unter anderem Glasperlen ein. Kolumbus betrachtete sie aber immer als zukünftige Untertanen oder gar als Sklaven.

Kurz darauf nahmen die Spanier Arawaken fest und befragten diese nach Goldvorkommen. Ebenso wurden Arawaken als Sklaven für sexuelle Zwecke und Arbeitszwecke von den spanischen Siedlern festgenommen. Die Aufgabe, Gold zu finden, konnte von den Sklaven nicht erfüllt werden, so dass Kolumbus anstatt Gold (welches er dem Herrscherhaus Spaniens versprochen hatte) notgedrungen Sklaven nach Spanien brachte. Die Arawaken versuchten sich zu wehren, waren jedoch waffenmäßig den spanischen Siedlern deutlich unterlegen. Es kam aufgrund der aussichtslosen Lage auch zum Massensuizid unter den Arawaken.

„Notwendige Arbeit“ war eben für die spanischen Kolonialisten etwas anderes als für die Tainos. Für einen Kolumbus bestand „notwendige Arbeit“ eben darin, die Kosten des Entdeckungsunternehmens hereinzuwirtschaften und noch einen kräftigen Überschuss für das spanische Königshaus und die diversen Gönner, deren Gunst der „Geschäftsmann“ sich natürlich erhalten wollte.

Für die Tainos war aber all das, sexuelle Nötigung, Gold, Zwangsarbeit auf Feldern, deren Früchte ihnen nicht gehörten, natürlich KEINE „notwendige Arbeit“ in ihrem Sinne.

Für die Bochumer „Marxologen“, für die ja jede Arbeit gleich „notwendige Arbeit“ ist und ausserhalb dieser nichts verdient, so genannt zu werden, ist das genau so wenig zu erkennen und zu verstehen.

Aber Sie, Herr Wege, sollten es doch verstehen.

Der Massensuizid der Tainos, durchaus in verschiedenen Quellen verbürgt, war wohl vor allem auf den Arbeitszwang zurückzuführen, etwas, das diese Tainos überhaupt nicht kannten. Ein Leben unter Arbeitszwang war den Massen der Tainos so unerträglich und lebensunwert, dass sie den Suizid vollzogen.

So können nur Menschen handeln, denen die anziehende Arbeit Lebenszweck und Gewohnheit ist.

Ehre dem Andenken der Tainos, die aus den Reihen der Menschheit ausgerottet wurden!

Herr Wege, Sie schreiben in Facebook:

Die Vorstellungen der Indianer finde ich gut. Sie verehren alle Lebewesen, selbst die, die sie töten um zu überleben. Zumindest früher war es ja wohl so! Weitgehender Einklang mit der Natur!

Das zeigt mir, dass Sie kein abgestumpfter Mensch sind, der blind Ideologien inhaliert. Ich respektiere ihre Bewunderung der Religiösität der Indianer. Erkennen Sie bitte aber auch, auf welcher Basis eine solche Religiosität nur erblühen konnte. Es handelte sich um eine hochentwickelte gentile Gesellschaft, deren Wirtschaft nach dem Prinzip der anziehenden Arbeit organisiert war.

Die Vorstellung, dass es bei den Tainos versteckte Aufseher gegeben hätte, die die „persönliche Freiheit“ ihrer Stammesgenossen beschnitten hätten, damit „die Gesellschaft“ und „ihre Reproduktion“ nicht gefährdet war, ist völlig irrig, es gibt nicht den leisesten Hinweis auf solche Aufseher.

Aber diese „primitive“ Gesellschaft war durchaus in der Lage, Baumwolle und andere hochwertige Güter zu produzieren.

Ihr Untergang kam nicht durch die eigene anziehende Arbeit, sondern durch die Kolonialisten.

Gewiss, diese waren technologisch überlegen.

Der Kanone und der Muskete konnten die Tainos nichts entgegensetzen.

Und die Gesellschaften, die nach ihnen kamen, waren selbst bei höherer Technologie für die Mehrheit der Menschen eine wahre Hölle.

Oder etwa nicht?

In Haiti musste die erste erfolgreiche Sklavenrevolution der Geschichte durchgeführt werden, um wenigstens die Menschen in den Vorhof der Hölle zu führen.

Die aus Afrika herangeschafften schwarzen Sklaven waren herbeigeschafft worden, weil sie aus Sicht der Sklavenhalter „robuster“ waren als die durch anziehende Arbeit „verwöhnten“ Arawaks.

Übrigens: Sie kennen doch sicher den Film

http://de.wikipedia.org/wiki/Der_mit_dem_Wolf_tanzt

oder

http://de.wikipedia.org/wiki/Ein_Mann,_den_sie_Pferd_nannten

Beides Hollywood, gewiss. Weniger bekannt aber ist, dass in der historischen Wirklichkeit tatsächlich einzelne Weisse, die in Gefangenschaft von Indianern gerieten, meist nicht mehr zurückkehren wollten in die „Zivilisation“.

Dieses Phänomen finden Sie ja selbst bei dem historisch verbürgten Fall der Meuterei auf der Bounty.

http://de.wikipedia.org/wiki/Meuterei_auf_der_Bounty

War es etwa der niedrigere Stand der Technologie bei den Wilden, der Sehnsüchte dieser Art hervorrief? Kaum anzunehmen. Es war die Sehnsucht nach der auf anziehender Arbeit begründeten „wilden“ Gentilgesellschaft.

In meinen Augen wird wohl in jedem System das Recht auf die individuelle Freiheit zumindest so weit beschnitten werden müssen, wenn die persönliche Freiheit damit beginnt die Freiheit der Gesellschaft und deren Reproduktion zu gefährden.

Bei allem Respekt, Herr Wege, das ist pure bürgerliche Ideologie, schlimmer noch: bürgerliche Propaganda, an die das Bürgertum selbst nicht glaubt. Auch könnten Sie mit diesem Satz jederzeit alle Zwangsarbeitslager von Wladiwostok über Workuta bis ins Kambodscha des Pol Pot legitimieren. Ich will Ihnen nicht unterstellen, dass Sie das wollen.

Sie bescheinigen aber den kapitalistischen Apparaten dieser Welt also das Recht, die Lohnabhängigen zu Arbeiten zu den schlechtesten Bedingungen zu zwingen, weil ansonsten „die Gesellschaft“ (die unsrige ist eine kapitalistische) und „deren Reproduktion“ gefährdet wäre.

Möglich, dass Sie das so nicht gemeint haben, Herr Wege, aber so haben Sie es geschrieben.

Bitte denken Sie doch noch einmal über diesen Satz und seine Konsequenzen nach.

Der entscheidende Punkt. Zur Reproduktion dieser Gesellschaft (nämlich des Spätkapitalismus) ist tatsächlich die Unterdrückung der Freiheit der Mehrheit der Menschen (nämlich der proletarischen Klasse) notwendig.

(Die persönliche Freiheit, von der die neoliberalen Propagandisten – auch eine nutzlose Berufssparte – reden, ist lediglich die Freiheit der Kapitalbesitzer).

Zur „notwendigen Arbeit“ im Sinne der Kapitalisten gehört nämlich auch die Unterhaltung von Millionenarmeen bis an die Zähne bewaffneter Menschen (die so eine Menge Geld kosten). Hinzu kommen Abermillionen Menschen, die direkt oder indirekt für den Schutz oder die Garantie des Privateigentums arbeiten (vom Bodyguard über den Versicherungsfritzen bis hin zum Journalisten, der nach den Vorgaben von „Atlantikbrücke“ etc Hirnwichse im Sinne der Herrschenden produzieren muss, usw, usf).

Notwendige Arbeit ist für Kapitalisten etwas anderes als für Lohnabhängige.

Ebenso wie notwendige Arbeit für die spanischen Konquistadoren etwa anderes war als für die Arawaks.

Notwendige Arbeit im Sinne des Proletariats würde die wirklich „gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit“ auf weit unter eine Stunde pro Mensch weltweit reduzieren.

Wenn Sie das verstanden haben, Herr Wege, und das ist wirklich wichtig, dann lassen Sie uns weiter diskutieren.

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Written by bronsteyn

9. April 2012 um 1:49 am

2 Antworten

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  1. Sehr geehrter Bartholomäus Ibrahim Bronsteyn,

    habe erst gestern zufällig ihre Antwort auf meine Frage aus dem Leserbrief von scharf-links gelesen und möchte mich in meiner naiven Art, die vielleicht der Naivität der Indianer gleich kommt, die zur Zeit des Kolonialismus lebten.
    Ich bin mir insgesamt nicht ganz sicher, ob man das Leben der Indianer mit dem Leben in einem hochtechnolisierten Industriezeitalter überhaupt vergleichen kann oder sollte?

    Meiner Meinung nach, müsste es, wenn es anziehende Arbeiten gibt, was ich auch überhaupt nicht bestreite, allerdings auch abstoßende Arbeiten geben. Das aber dürften die Menschen vollkommen unterschiedlich betrachten, während die Feldarbeit für den einen vielleicht eine anziehende Arbeit sein kann, ist sie für den anderen vielleicht ein Greuel und er findest sie abstoßend.

    Trotzdem sind diese Arbeiten für die gesellschaftliche Reproduktion von überlebenswichtiger Notwendigkeit und müssen erledigt werden. Da gibt es sicherlich auch noch viele andere Aufgaben, die die meisten Menschen zwar abstoßend finden und trotz Allem muss jemand aus der Gesellschaft diese Arbeit übernehmen, vielleicht Arbeiten mit chemischen Stoffen oder auch Pestiziden in der Landwirtschaft oder auch im Handwerk oder in der Industrie.
    Der Uranabbau wäre meiner Meinung nach auch ein gutes Beispiel, einerseits lässt sich dieser Rohstoff für kriegerische Zwecke einsetzen und andererseits braucht man ihn für friedliche Zwecke, beispielsweise in medizinischen Geräten. Ist jetzt die Arbeit im Uranbergbau eine anziehende oder doch eher eine abstoßende Tätigkeit?

    Muss man nicht als Lösung hierzu anstreben, dass sich die Arbeitszeiten für alle Arbeiten die der gesellschaftlichen Reproduktion dienen auf das notwendigste Maß je Arbeitnehmer beschränken?

    Und übrigens, ich bin ganz bestimmt nicht für Zwangsarbeit und auch nicht für Kriege oder Rüstung, noch nicht einmal für die derzeitig praktizierte Lohnarbeit, aber für eine zeitmäßig gleiche Belastung hinsichtlich gesellschaftlich erforderlicher Arbeit bin ich schon. Aber bestimmt sollte niemand das Recht bekommen sich ausschließlich einer anziehenden Arbeit zu widmen zu und anderen Menschen die abstoßenden gefährlichen oder die Gesundheit beeinträchtigen Arbeiten überlassen dürfen.

    Insgesamt muss doch eine Gesellschaft hierzu anstreben eine möglichst gleiche Belastung für alle möglichen Arbeiterinnen und Arbeiter beziehungsweise Werktätigen an zu streben um die bestmögliche Gesundheit für die Menschen möglichst zu garantieren.

    Vielleicht sind sie ja naiv, meine Vorstellungen, aber dass ist meine persönliche Meinung und ich erhebe keines Falls den Anspruch, dass es die einzig richtigen Gedanken zu diesem Thema sein müssen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Hans-Dieter Wege

    Hans-Dieter Wege

    5. Mai 2012 at 10:07 am

  2. Sehr geehrter Bartholomäus Ibrahim Bronsteyn,

    habe erst gestern zufällig ihre Antwort auf meine Frage aus dem Leserbrief von scharf-links gelesen und möchte mich in meiner naiven Art, die vielleicht der Naivität der Indianer gleich kommt, die zur Zeit des Kolonialismus lebten, hierzu äußern.
    Ich bin mir insgesamt nicht ganz sicher, ob man das Leben der Indianer mit dem Leben in einem hochtechnolisierten Industriezeitalter überhaupt vergleichen kann oder sollte?

    Meiner Meinung nach, müsste es, wenn es anziehende Arbeiten gibt, was ich auch überhaupt nicht bestreite, allerdings auch abstoßende Arbeiten geben. Das aber dürften die Menschen vollkommen unterschiedlich betrachten, während die Feldarbeit für den einen vielleicht eine anziehende Arbeit sein kann, ist sie für den anderen vielleicht ein Greuel und er findest sie abstoßend.

    Trotzdem sind diese Arbeiten für die gesellschaftliche Reproduktion von überlebenswichtiger Notwendigkeit und müssen erledigt werden. Da gibt es sicherlich auch noch viele andere Aufgaben, die die meisten Menschen zwar abstoßend finden und trotz Allem muss jemand aus der Gesellschaft diese Arbeit übernehmen, vielleicht Arbeiten mit chemischen Stoffen oder auch Pestiziden in der Landwirtschaft oder auch im Handwerk oder in der Industrie.
    Der Uranabbau wäre meiner Meinung nach auch ein gutes Beispiel, einerseits lässt sich dieser Rohstoff für kriegerische Zwecke einsetzen und andererseits braucht man ihn für friedliche Zwecke, beispielsweise in medizinischen Geräten. Ist jetzt die Arbeit im Uranbergbau eine anziehende oder doch eher eine abstoßende Tätigkeit?

    Muss man nicht als Lösung hierzu anstreben, dass sich die Arbeitszeiten für alle Arbeiten die der gesellschaftlichen Reproduktion dienen auf das notwendigste Maß je Arbeitnehmer beschränken?

    Und übrigens, ich bin ganz bestimmt nicht für Zwangsarbeit und auch nicht für Kriege oder Rüstung, noch nicht einmal für die derzeitig praktizierte Lohnarbeit, aber für eine zeitmäßig gleiche Belastung hinsichtlich gesellschaftlich erforderlicher Arbeit bin ich schon. Aber bestimmt sollte niemand das Recht bekommen sich ausschließlich einer anziehenden Arbeit zu widmen zu und anderen Menschen die abstoßenden gefährlichen oder die Gesundheit beeinträchtigen Arbeiten überlassen dürfen.

    Insgesamt muss doch eine Gesellschaft hierzu anstreben eine möglichst gleiche Belastung für alle möglichen Arbeiterinnen und Arbeiter beziehungsweise Werktätigen an zu streben um die bestmögliche Gesundheit für die Menschen möglichst zu garantieren.

    Vielleicht sind sie ja naiv, meine Vorstellungen, aber dass ist meine persönliche Meinung und ich erhebe keines Falls den Anspruch, dass es die einzig richtigen Gedanken zu diesem Thema sein müssen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Hans-Dieter Wege

    Hans-Dieter Wege

    5. Mai 2012 at 10:09 am


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