Bronsteyns Agentur für Augenöffnung und kreative Weltveränderung

Volksmedien für Journalismus von unten

Archive for April 25th, 2012

Thesen zum System überlappender Gruppen nach Rensis Likert

with 5 comments


Das Konzept des Systems überlappender Gruppen wurde von Rensis Likert als Alternative zu den auf Kommandostrukturen basierenden traditionellen Stab-Linien-Systemen entwickelt.

Es weist weit über die Intentionen des Entwicklers hinaus, im Spätkapitalismus die Beschäftigten (die Arbeiter und Angestellten) ins Management partizipativ zu integrieren.

Geringfügig erweitert durch die Wählbarkeit der Vorgesetzten in diesem System stellt es das Grundmuster der Betriebsorganisation im Sozialismus dar.

Das System der überlappenden Gruppen ist insofern allen bisherigen Systemen überlegen, da es diese (hierarchischen Systeme) unter anderem auch als Subsysteme darzustellen vermag. Es ist insofern ein Meta-System.

Das System überlappender Gruppen eignet sich aber auch zur Konstruktion und Darstellung hochkompexer Organisationen auf nichthierarischer, herrschaftsfreier Basis.

Der Sozialismus kann auf dieser Grundlage folgendermassen beschrieben werden:

Es handelt sich um ein Gesellschaftssystem, in dem die Schlüssel-Industrien in Gemeineigentum überführt sind. Der sozialistische Übergangsstaat (der Arbeiterstaat) definiert die Rahmenrichtlinien der wirtschaftlichen Aktivität dieser vergesellschafteten Unternehmen, die im Grunde Dienstleister im Dienst der gesamten Gesellschaft sind. Die Vorgesetzten in diesen Unternehmen werden von den Beschäftigten gewählt; in likertschen Kategorien ausgedrückt: das Team bestimmt über seine Linking Pins zu anderen Teams.

Im Kommunismus wird es, wenn der sozialistische Arbeiterstaat abgestorben ist, keine Rätedemokratie mehr geben (Auch die Herrschaft der Mehrheit über die Minderheit ist Herrschaft, wie Engels schon feststellte). Aber es wird weltumspannende Systeme mit einander kooperierender überlappender Gruppen geben, die von hoher Komplexität sein werden und im weitesten Sinne Serien im Sinne Charles Fouriers darstellen werden.

Das von Rensis Likert entwickelte Konzept der Linking-Pin-Gruppen weist insofern weit in die Zukunft.

Das System der überlappender Gruppen muss daher von revolutionären Linken erfasst, angeeignet und kreativ aufgegriffen werden.

nähere Erläuterungen zum Likertschen System:

https://bronsteyn.wordpress.com/2012/04/22/basis-konzepte-fur-eine-sozialistische-wirtschaft-im-21-jahrhundert/

Merkmale des Likertschen System der überlappenden Gruppen (Linking Pin Model):

– Basisstruktur ist die Gruppe, das Team (nicht wie im traditionellen Stab-Linien-System, die Stelle)

– die Überlappung ist ein wesentliches Merkmal und bedeutet, dass ein Mitglied einer Gruppe auch Mitglied einer anderen Gruppe, sogar mehreren, sein kann

– Die Überlappung stellt eine Schnittstelle zwischen zwei Gruppen dar. Sie kann hierarchischen Charakter haben, muss es aber nicht.

– Das System kann sowohl hierarchische als auch nicht-hierarchische (vernetzte) Strukturen darstellen.

– Jede nur mögliche Form der Entscheidungsfindung ist in diesem System denkbar.

Advertisements

Written by bronsteyn

25. April 2012 at 12:40 pm