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Was ist eigentlich Kommunismus?

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Mein Kommentar zu folgendem Artikel:

http://www.nao-prozess.de/blog/warum-der-sozialismus-kein-etappenziel/

Rein formal würde ich folgendem Satz unbedingt zustimmen:

Weil nun aber der Sozialismus keine eigenständige Produktionsweise ist, sondern sozialistische Gesellschaftsformationen eine widersprüchliche Kombination von Elementen der kapitalistischen und der kommunistischen Produktionsweise darstellen (…)
sollten wir, selbst wenn wir eine sozialistische / proletarisch-dikatorische Übergangsgesellschaft für notwendig halten nicht den Sozialismus zum strategischen Etappenziel erklären, nicht den Kommunismus vom Sozialismus her denken,
sondern den Sozialismus vom Kommunismus her denken

Aber!
Was ist eigentlich Kommunismus?
Wenn Kommunismus nicht nur ein inhaltsloses sprachliches Konstrukt sein soll, sondern eine reale anzustrebende und vermittelbare Gesellschaftsordnung, dann gilt es zu überprüfen, wie “Kommunisten” (also Menschen, die sich als solche bezeichnen), zu folgenden zwei strukturellen Merkmalen des Kommunismus stehen (so wie Marx, Engels und Lenin ihn verstanden haben):

1. Attraktive Arbeit
2. Freiheit in der Liebe

Aus beiden Strukturmerkmalen folgt auch das organisatorische Prinzip der Serie (Fourier), dem Zusammenschluß von Menschen entlang ihrer Leidenschaften. Dieses organisatorische Prinzip wurde von Marx und Engels immer wieder inhaltlich aufgegriffen durch z.B. folgende Formulierungen:
“Freie Assoziation der Produzenten”
“Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen”
usw.
Diese beiden Kriterien haben sich für mich insofern als völlig hinreichend erwiesen, die Selbstzuweisung von Menschen als “Kommunisten” zu überprüfen.
Für mich ist klar, dass Menschen, die dekretieren, dass Arbeit auch im Kommunismus ein äusserer Zwang sein wird (ausgeübt durch wen?) keine Kommunisten im Sinne von Marx und Engels sind.
Das zum einen.
Wie aber ist es mit Menschen, die das Strukturprinzip der Freiheit in der Liebe direkt oder indirekt ablehnen (und mithin das sexuelle Selbstbestimmungsrecht des Menschen – immerhin eine juristische Errungenschaft der vollendeten bürgerlichen Gesellschaft) und stattdessen die Sexualität der Menschen (in ihrer von Kleingeistern kaum zu erfassenden Vielfalt) verändern und in ihrem Sinne normieren wollen (wenn auch mit dem völlig untauglichen Mittel der verbalen Nötigung, da ja schließlich der Mensch ohnehin nur ein “sprachliches Konstrukt” sei)?
Nun, ich sage, diese Differenz ist prinzipiell und keine bloß taktische oder strategische.

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Written by bronsteyn

2. Januar 2013 um 3:41 pm

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