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Gegen die Zerschlagung der Gewerkschaften durch Privatisierung, Outsourcing und Prekarisierung! Dringender Aufruf zur Unterschriftensammlung

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Liebe Arbeiterinnen und Arbeiter der Welt!

Inmitten einer immer drastischer werdenden Weltwirtschaftskrise gilt es, über Grenzen hinweg gemeinsam gegen neoliberale Privatisierung, Outsourcing und Prekarisierung zu kämpfen!

 Wir, die Eisenbahnergewerkschaft der Japanischen Staatsbahn, Präfektur Chiba (Doro-Chiba), kämpfen um die Zurücknahme der illegalen Entlassung von 1,047 unserer Kollegen. Hiermit rufen wir euch dazu auf, uns mit euren Unterschriften in diesem Kampf zu unterstützen.

 Zunächst ein kleiner Rückblick. In den 1980er Jahren forcierten Ronald Reagan in den USA, Margaret Thatcher in Großbritannien und Yasuhiro Nakasone in Japan einen neoliberalen Vorstoß mit dem Ziel, die Gewerkschaften zu zerstören und die Solidarität zwischen den Arbeitern aufzuweichen. Damit erreichte der Raubtierkapitalismus eine neue Qualität, von nun an galt die Devise „Geld zählt mehr als Leben“.

 In Japan begann die Phase des aggressiven Neoliberalismus mit der Aufteilung und Privatisierung der Japanischen Staatsbahn (JNR), welche in privatrechtliche Gesellschaften unter dem Dach der Japan Railways (JR) aufgespalten wurde. Die komplette Belegschaft wurde zunächst entlassen, und später von den neuen Gesellschaften in einem diskriminierenden Selektierungsprozess wiedereingestellt. Von den ehemals 400,000 Angestellten verloren somit 200,000 ihren Arbeitsplatz, 200 Menschen wurden in den Selbstmord getrieben.

Seit der Privatisierung der Japanischen Staatsbahn vor 26 Jahren entwickelte sich eine gesellschaftliche Norm, in der Entlassungen, Privatisierung und Outsourcing an der Tagesordnung stehen. Ein Großteil der Arbeiter wurde in Leiharbeit gedrängt, gewissenlose Unternehmen ignorieren Arbeitsgesetze und beuten Angestellte aus bis die Schwarte kracht.

Parallel zu dieser Entwicklung verlief die Degeneration der etablierten Groß-Gewerkschaften. Boten sie einst dem Kapitalismus tapfer Paroli, so entwickelten sie sich nach und nach zu arschkriecherischen Lakaien der Imperialisten, und unterstützten deren Angriffe auf die Arbeiterschaft.

 Trotz dieser üblen Lage erhielt Doro-Chiba die Grundprinzipien des Gewerkschaftsgeistes aufrecht, und kämpfte lange Jahre unermüdlich gegen diese anti-soziale Aufspaltung der Staatsbahn. Am 29. Juli 2012 schließlich konnte Doro-Chiba am Bezirksgericht Tokyo eine historische Entscheidung erringen. Das Gericht erkannte an, dass bei der selektiven Wiedereinstellung der Staatsbahnarbeiter diejenigen Gewerkschaftsmitglieder benachteiligt wurden, die sich gegen eine Privatisierung der Staatsbahn gewehrt hatten, und dass ohne diese diskriminierende Haltung viele der Entlassenen bei JR wieder hätten eingestellt werden müssen.

Trotz dieser Anerkennung ist das Urteil widersprüchlich. Anstatt die unrechtmäßigen Entlassungen aufzuheben, wurde nur eine geringe Entschädigungszahlung angeordnet. Unser Gerichtsprozess verfolgte jedoch von Anfang an das alleinige Ziel der Wiedereinstellung der Entlassenen. Jedes andere Ergebnis ist inakzeptabel.

 Der Fall geht nun am Obergericht Tokyo in die nächste Runde. Es zeichnet sich ab, dass das Gericht danach trachtet, den Fall zügig mit einer reaktionären Entscheidung abzuhandeln. Beide Seiten werden alle Register ziehen. Wir haben die unerschütterliche Absicht, den Fall für uns zu entscheiden. Sollte dies gelingen, wäre das ein gewaltiger Schritt im weltweiten Kampf der Arbeiter gegen den Neoliberalismus.

 Im Zuge des Kampfes gegen die Aufspaltung und Privatisierung der japanischen Staatsbahn und für die Wiedereinstellung von 1047 Entlassenen rief Doro-Chiba mit mehreren Partnerorganisationen im Jahre 2010 die „Japanweite Kampagne zur Unterstützung der kämpfenden Staatsbahnarbeiter“ ins Leben. Im Zuge dessen wurde nun die „Sammlung von Hunderttausend Unterschriften mit der Forderung nach einem Gerichtsbeschluss zur Rücknahme der unrechtmäßigen Entlassungen der japanischen Staatsbahnangestellten“ initiiert (siehe Petitions-Unterschriftenbogen im Anhang).

Diese Kampagne erfährt derzeit in ganz Japan positive Resonanz, und wächst mit zunehmender Geschwindigkeit. Hiermit möchten wir an die internationale Solidarität der Leser dieses Aufrufs appellieren. Im Anhang findet ihr Unterschriftenbögen, wenn diese ausgefüllt sind, scannt sie bitte ein und schickt sie per Email an uns zurück.

Wir brauchen Eure Unterstützung! Eure Unterschriften können die Welt bewegen!

 Internationales Arbeitersolidaritätskomitee von Doro-Chiba

Petition For Reinstatement_2013-04-20-00-11-53-875

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Written by bronsteyn

20. April 2013 um 8:45 pm

Veröffentlicht in Japan

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