Bronsteyns Agentur für Augenöffnung und kreative Weltveränderung

Volksmedien für Journalismus von unten

Archive for the ‘Korea’ Category

Die tanzenden Arbeiter von Ssangyong

with one comment


Ein unbestreitbarer Höhepunkt der Kundgebungsreihe des kämpferischen südkoreanischen Gewerkschaftsverbandes KCTU war der Auftritt der Arbeiter von Ssangyong Motorenwerke am Abend des 7.11.2009.
Die Arbeiter von Ssangyong hatten ab Mai 2009 als Kampfmaßnahme gegen eine massive Entlassungswelle ihren Betrieb besetzt. Wochenlang verteidigten sie sich gegen Streikbrecher, angeheuertes Security-Personal und schließlich gegen die Polizei.
Sie schlugen militant mehrere Versuche, den besetzten Betrieb zu erstürmen, mit großer Militanz zurück.
Auf der Kundgebung waren sie die unstrittigen Helden der Veranstaltung und der gesamten südkoranischen Arbeiterbewegung.
Obwohl der von beiden Seiten überaus hart geführte Besetzungsstreik („Sitzstreik“) nur ein Teilsieg war, und mithin auch eine Teilniederlage (nicht alle entlassenen Arbeiter wurden wieder eingestellt) sind die Arbeiter von ssangyong durch ihren Mut und ihre Tapferkeit zum gefeierten Vorbild der südkoreanischen Arbeiterbewegung geworden.
Unglaublich jedoch die Tatsache, dass Arbeiter von Ssangyong auf der Tribüne mit den Mitteln des Tanztheaters (ein sehr typisches Assessoire der koreanischen Arbeiterbewegung) ihren harten Arbeitskampf selbst darstellten und dann – nach einer kurzen sehr kämpferischen Rede eines KCTU – Sprechers – auf der Bühne mit dem in viele zehntausende gehenden Publikum tanzten.
Dieser Film umfasst annähernd den gesamten Auftritt der Ssangyong-Arbeiter und übermittelt ein eindrucksvolles Bild von dem ungebrochenen Optimismus und der ungebrochenen Kampfkraft der Bewegung.

Wer sich näher über den spektakulären Arbeitskampf bei Ssangyong informieren möchte (allein schon um die Stimmung in diesem Film hier zu verstehen), dem seien folgende Links und Videos empfohlen:

 

http://www.youtube.com/watch?v=PLXCRzxIDqc
http://www.youtube.com/watch?v=xzIOmK2WvHI
http://www.youtube.com/watch?v=znMSlqp2KYQ
http://www.youtube.com/watch?v=ArTIONOo-m4

Written by bronsteyn

19. April 2012 at 4:17 pm

Veröffentlicht in Korea

Zum Tode Kim Jong Ils

leave a comment »

Written by bronsteyn

21. Dezember 2011 at 2:15 am

Veröffentlicht in Korea

Tagged with , ,

Die Entwicklung des nordkoreanischen Stalinismus

with one comment


Nachdem ich einige Artikel über die Entwicklung Koreas nach dem 2.Weltkrieg, den Ausbruch des Korea-Krieges und die Gründe für die Teilung Koreas im wesentlichen auf Initiative der USA geschrieben habe, möchte ich der Vollständigkeit halber die wichtigsten Meilensteine der Enstehung des kimilsungistisch-stalinistischen Staates im Norden Koreas darstellen.
Der Stalinismus hat auf seine Weise, aber ebenso massgebend wie der US-Imperialismus, entscheidend zur Teilung Koreas und zur Konterrevolution der Jahre 1950-1960 beigetragen.

Die Kommunistische Partei Koreas

Die Kommunistische Partei Koreas (KPK) wurde 1925 in völliger Illegalität gegründet, und zwar in Seoul. Korea war damals eine japanische Kolonie. Die Gründer waren Kim Yong-bom und Pak Hon-yong (letzterer fiel 1956 vermutlich den Säuberungen Kim-Il-Sungs zum Opfer). 1928 wurde die KPK Sektion der Komintern, wurde aber im gleichen Jahr wegen „Fraktionskämpfen“ für aufgelöst erklärt.
Parteizellen der KPK kämpften allerdings in den 30er einen Guerilliakrieg gegen das japanische Imperium.
Kim-Il-Sung, der spätere Herrscher Nordkoreas, trat zu dieser Zeit in China der KP Chinas bei.
Nach dem Zusammenbruch des japanischen Imperiums reorganisierte Parteigründer Pak Hon-yong (nach seiner Befreiung aus japanischer Haft) in Seoul die KPK und organisierte ein dort ansässiges Zentralkomitee.
Korea war in der Zwischenzeit in zwei Zonen geteilt worden, eine sowjetische Besatzungszone im Norden, eine amerikanische im Süden.
Die Kontakte der reorganisierten KPK in Seoul nach Norden werden als „begrenzt“ bezeichnet. Die Mehrheit der KPK-Zellen waren im Süden Koreas aktiv, im Norden dagegen nur sehr marginal.
Die sowjetischen Besatzungsbehörden organisierten im Norden Oktober 1945 ein „Nordkoreanisches Büro der Kommunistischen Partei Koreas“, das sich im wesentlichen aus zurückkehrenden Exil-Koreanern (vor allem aus der UdSSR) zusammensetzte.
Kim-Il-Sung war einer von ihnen, er war Hauptmann in der Roten Armee der UdSSR und schien der stalinistischen Führung der richtige Sachwalter ihrer Interessen zu sein.
Im Süden, wo das Hauptgewicht der KPK lag, war Kim-Il-Sung zu diesem Zeitpunkt fast völlig unbekannt.

Die kurzlebige „Volksrepublik Korea“
Die VRK wurde nach einer entsprechenden Aufforderung durch japanische Kolonialbehörden im September 1945 von koreanischen Nationalisten des Committee for the Preparation of Korean Independence (CPKI) in Seoul proklammiert. Sie forderte in ihrem Programm die entschädigungslose Enteignung des Grund und Bodens aller Kollaborateure, Nationalisierung der Schlüsselindustrien, Verbot von Kinderarbeit, demokratische Rechte und Freiheiten etc.
Gründung des National Council of Korean Labor Unions (NCKLU), sowie von National League of Peasant Unions, Korean Democratic Youth League, and Women’s League im Laufe des Jahres 1945.
Den US-Besatzungsbehörden paßte das gar nicht in den Kram, die VRK wurde per Dekret für aufgelöst erklärt (Januar 1946). Weiterhin existierende regionale Organe der VRK blieben in der südwestlichen Jeolla-Region und auf der Insel Jejudo aktiv, was zu Guerillakämpfen und dem Massaker an der Bevölkerung der Insel Jeju bis 1948 durch das US-Marionettenregime des Syngman Rhee führte.
Mit diesen Vorgängen aber hatten die Parteien und Organisationen im späteren Nordkorea allerdings nicht das geringste zu tun.

Getrennte Entwicklung ab 1945

Im Süden nannte sich die reorganisierte KPK zunächst „Kommunistische Partei von Südkorea“. 1946 schloss sich diese Partei – im Süden wohlgemerkt- mit der „Neuen Volkspartei Süd-Koreas“ und einer Fraktion der „Volkspartei Koreas“ zur „Arbeiterpartei Süd-Koreas“ zusammen (Dezember 1946) und vollzog faktisch die Teilung Koreas auch auf dieser Ebene.
Der nördliche Teil der „Neuen Volkspartei“ hatte sich schon im Juli 1946 mit dem „Nordkoreanischen Büro der Kommunistischen Partei Koreas“ zur „Arbeiterpartei Nord-Koreas“ zusammengeschlossen.

Was war die kurzlebige „Volkspartei Koreas“?
Sie wurde vom koreanischen Nationalisten Yuh Woon-Hyung in Südkorea begründet und verstand sich nicht als Klassen- oder Arbeiterpartei.
Sie durchlebte mehrere Spaltungen. Yuh Woon-Hyung propagierte die Einheit Koreas und begründete auch noch im Süden u.a. die „Labor People’s Party“. Er wurde 1947 von einem jungen Faschisten der Reaktion ermordet.

De Facto befand sich 1947-1949 Süd-Korea im Aufstand gegen das Syngman-Rhee-Regime.

Obwohl die „Arbeiterpartei Süd-Koreas“ gut verankert war und kämpfte, zwang die brutale Repression des US-Marionettenregimes viele ihrer führenden Persönlichkeiten dazu, sich nach Nord-Korea zu retten.

Da der Kampf um nationale Einheit nunmehr zentrale Linie wurde, fand Juni 1949 in Pyoengyang die Proklammation einer vereinigten „Arbeiterpartei Koreas“ aus den Arbeiterparteien in Nord- und Südkorea statt.
Erst jetzt verlegte sich das Gewicht innerhalb der Parteien und Organisationen, die sich auf den Kommunismus beriefen, auf den Norden Koreas.

Nordkorea vor dem Koreakrieg

Juli 1946 hatte das “Nordkoreabüro der Kommunistischen Partei” eine Volksfront-Regierung in Pyoengyang proklammiert, und zwar mit der „Neuen Volkspartei“, der „Demokratischen Partei“ und der religiösen „Chondoistischen Chondu-Partei“ als „Nordkoreanische Vaterländische Vereinigte Demokratische Front“.

Koreakrieg und danach

Im Zuge des Koreakrieges wurde das rebellische Potential in Südkorea im Rahmen massiver Massaker durch Syngman Rhee-Regime und US-Truppen ausgelöscht.
Formal blieb insofern die „Partei der Arbeit Koreas“ (PdAK) Erbe der reichen politischen Tradition des koreanischen Kommunismus, was aber ohne die imperialistischen Massaker nicht der Fall gewesen wäre.
Innerhalb der PdAK gab es folgende Fraktionen im Funktionärsapparat:
1. Die „Sowjet-Koreaner“, politisch der Führung der UdSSR nahestehend und meist aus ehemaligen Exilanten in der UdSSR bestehend.
2. Die „Heimat-Fraktion“, bestehend aus koreanischen Kommunisten, die niemals Korea verlassen hatten während der Kolonialzeit und eine grosse Klassenkampf-Erfahrung repräsentierten.
3. Die „Jenan-Fraktion“, die sich aus prochinesischen und damit promaoistischen Kräften zusammensetzte, die teilweise militärisch in den Einheiten der chinesischen Roten Armee gekämpft hatten.
4. Die „Guerilliafraktion“ um Kim-Il-Sung, die als Guerillias seit 1931 in der Mandschurei gekämpft hatten und teilweise auch in der sowjetischen Roten Armee gekämpft hatten.

Im Politbüro wurden anfangs die Sitze nach Fraktionslinien verteilt, je 4 pro Fraktiuon, nur 3 für Kim-Il-Sungs „Guerillia-Fraktion“.
Obwohl eine bürokratische, stalinistische Partei war die PdAK noch keine kimilsungistische, wie sie später werden sollte.
Kim-Il-Sung gelang es, die anderen Fraktionen nacheinander auszumanövrieren.
Er tat dies, indem er die jeweiligen Führungspersonen ausschaltete.
Alexei Ivanovich Hegay, der Führer der Sowjetkoreaner, wurde noch während des Koreakrieges auf bedeutungslose Posten abgeschoben, nachdem das Prestige Chinas durch den Einsatz von Truppen im Koreakrieg das der UdSSR bei weitem überstieg (1953).
Mu Chong, ein Führer der Jenan-Fraktion, wurde für militärische Fehler des Jahres 1950 im Koreakrieg verantwortlich gemacht (Vorrücken des US-Truppen und ihrer Hilfstruppen bis zum Yalu).
Der härteste Schlag Kim-Il-Sungs richtete sich allerdings gegen die „Heimat-Fraktion“´. Pak Hon-yong, ein ein einstmals populärer Führer der zerschlagenen „Arbeiterpartei Süd-Koreas“, wurde 1953 unter der Beschuldigung verhaftet, seit 1939 ein US-Agent gewesen zu sein, und vermutlich um 1955 trotz Intervention des Botschafters der UdSSR ermordet.
Die meisten der aus dem Süden stammenden Kommunisten wurden bei diesem „Domestic Purge“ liquidiert oder zu Zwangsarbeit verurteilt.
1956 kam es zu einem Übereinkommen zwischen den Sowjet-Koreanern und der Jenan-Fraktion, Kim-Il-Sungs Dominanz zu brechen. Ihm wurde zum Vorwurf gemacht, einen Polizeistaat kreiert zu haben und einen Personenkult um sich zu schaffen. Ausserdem wurde die rücksichtslose Industrialisierung auf dem Rücken der Bevölkerung angeprangert.
Nach seiner Rückkehr aus Moskau 1956 (wo er anlässlich Chrustschows Geheimrede geweilt hatte), griff Kim Il Sung durch, wobei der sich auf nationalistische Neigungen der jüngeren Funktionärselite gegen die „Ausländer“ stützte. Den nun folgenden Säuberungen fielen die wichtigsten Führer der beiden rivalisierenden Fraktionen zum Opfer.
Es kam nach Interventionen der chinesischen und der russischen Führung kurzzeitig zu einer Einstellung der Säuberungen, sie wurden 1957 aber verstärkt wieder aufgenommen.
Der übliche Verlauf einer solchen Säuberung war die Beschuldigung, dann ein Schauprozess und das darauf folgende Verschwinden den Betroffenen.

Das Kim-Il-Sung Regime und der Bruch zwischen der UdSSR und der VR China

Den 1956 entstehenden Bruch zwischen Russland und China nutzte Kim Il Sung, um einen Schlingerkurs zwischen beiden zu fahren.
Seine Fraktion entwickelte dementsprechend die explizit antimarxistische „Juche“-Ideologie.
Kernpunkte der Ideologie sind, dass die Interessen der eigenen Nation über denen der internationalen kommunistischen Bewegung stehen würden und dass ein „Arbeiterführer“ die Gesellschaft transformieren müsse. Zudem wird über eine „besondere“ Rolle Koreas gesprochen, das im Mittelpunkt der Welt stehe. Zwar ist der Mensch Subjekt in der Chuch’e-Ideologie, doch es wird auch bedingungslose Loyalität gefordert. Der klassische Marxismus-Leninismus sei in seinen „historischen Grenzen“ gefangen, die Chuch’e-Ideologie jedoch ewig.
Es ist kein Zufall, dass diese Ideologie Anziehungskraft auch auf ultrarechte Strömungen ausserhalb Koreas ausübte.
http://de.wikipedia.org/wiki/Chuch’e-Ideologie

Die Kim-Dynastie

Um 1960 darf Kim Il Sungs Macht als unanfechtbar angesehen werden. Die Guerillia-Fraktion dominierte und hatte alle anderen Fraktionen im Apparat ausgelöscht.
Eine neue, aus Technokraten gebildete Funktionärsschicht war absolut auf Kim Il Sung eingeschworen.

1972 wurde eine auf Kim Il Sung zugeschnittene Verfassung verabschiedet, gleichzeitig sein Sohn Kim Jong Il zum „Nachfolger“ aufgebaut. Sicherlich nicht ganz unbewusst reproduziert das Regime Herrschaftsformen der asiatischen Produktionsweise der koreanisch (-chinesischen) Vergangenheit.
Nicht zufällig erinnert das Regime an die Regierungsstrukturen vieler historischer Kaiserdynastien, und zwar gerade dann, wenn diese aus Bauernaufständen hervorgegangen sind.

Mit der ansteigenden Selbstbezogenheit des Regimes verengte und verschlechterte sich die ökonomische Lage Nordkoreas dramatisch.

Bis in die 60er Jahre dem von US-gestützten Militärregimes regierten Südkorea durchaus an Produktivität überlegen fällt Nordkorea seitdem konstant zurück.

1990 kommt es unter dem Eindruck des Zusammenbruchs des Sowjetsstaates auch noch zu einem formellen Abschied vom Marxismus-Leninismus, welcher als angepasst als europäische bzw russische Verhältnisse bezeichnet wird.

Beurteilung des nordkoreanischen Regimes in seiner historischen Rolle

Wie ist die relative Stabilität dieses anachronistischen Regimes zu erklären?
Zum einen ist sicher wichtig, dass es direkt aus den Ergebnissen des Koreakrieges hervorgegangen ist. Der Korea-Krieg war im Grunde eine grossflächig geplante und durchgeführte Konterrevolution durch den US-Imperialismus.

Nur scheinbar war diese Konterrevolution nicht vollständig, denn der urpsrüngliche Plan der US-Militärbehörden zur Eroberung ganz Koreas ging ja nicht auf.
Doch das wichtigste Ergebnis des Koreakrieges ist die Zerschlagung der unabhängigen Arbeiterbewegung Koreas, was im wesentlichen 1945-1950 stattfand.

Der Stalinismus leistete zu diesem Ergebnis durchaus einen entscheidenden Beitrag.

Entgegen der imperialistische Geschichtspropaganda zum Korea-Krieg hatte der Stalinimus kein Interesse an einer Konfrontation mit den USA, machte im wesentlichen eine Appeacement-Politik. In die koreanische Teilung ab 1945 willigte er im Prinzip ein, indem er die Teilung auch der koreanischen Parteien, vor allem der Kommunistischen Partei, mitvollzog.
Das US-Marionettenregime in Südkorea war allerdings zu instabil und zu schwach (sogar nach Aussagen amerikanischer Zeitzeugen), um gegen die Aufstandsbewegung im Süden wirklich Bestand zu haben.
Im Grund füllte die ab Juni 1950 vorrückende nordkoreanische Armee ein militärisches Vakuum auf Seiten der Reaktion, was erst durch die massive Invasion von Incheon September 1950 aufgehoben wurde.
Studiert man alle Fakten jener Zeit, kann man sich auch des Eindrucks nicht erwehren, dass das Vorrücken der nordkoreanischen Verbände auch den Zweck hatten, Kontrolle über die damals tobenden Aufstände in Südkorea zu bekommen.
Allerdings: den Stalinisten kann weder das Bodo-League-Massaker in Südkorea noch der durch südkoreanische Truppen ausgelöste Ausbruch des „heissen Krieges“ zu Vorwurf gemacht werden.

Der Bedrohung Chinas durch das Vorrücken der US-Verbände an den Jalu aber konnten die stalinistischen Führungen nicht tatenlos zusehen. Folgerichtig kam es zum Eingreifen chinesischer Verbände seit Ende 1950.
Doch die grundsätzliche Orientierung auf eine Appeasement-Politik gegenüber den Rollback-Absichten der USA kommt dadurch zum Ausdruck, dass die Frontlinien des Koreakrieges ab 1951 entlang des 38.Breitengrades zu erstarren begannen.
Dabei hätten die Truppen Chinas und der UdSSR (denn auch die war durch Luftstreitkräfte in Form der neuen MIGs beteiligt) die Kriegslage durchaus entscheiden können.
Gewiss ist richtig, dass die USA direkt und indirekt mit dem Einsatz der Atombombe drohten. Das entkräftet aber nicht die grundsätzliche These, dass die Politik Chinas und der UdSSR damals von Appeasement gegenüber dem Imperialismus bestimmt war.

Eine weltweite Solidarität mit der koreanischen Revolution und mit den niedergeschlagenen Aufständen in Südwestkorea herbeizuführen, dazu aber war der Stalinismus weltweit strukturell nicht in der Lage. Jede unabhängige Arbeiterbewegung, eine revolutionäre gar, wurde von den stalinistischen Apparaten zu Recht gefürchtet, mehr gefürchtet als die imperialistische Atombomben-Drohung.

Und auch hier leistete speziell der nordkoreanische Stalinismus um den geltungssüchtigen Kim Il Sung seinen Beitrag. Die Auslöschung und Liquidierung derjenigen Kader der südkoreanischen Arbeiterbewegung (speziell der KPK), die sich in den Norden in Sicherheit gebracht hatten, NACH dem Koreakrieg, ist sein grösstes Verbrechen.
Damit arbeiteten die nordkoreanischen Stalinisten der imperialistischen Propaganda über den Koreakrieg direkt in die Hände und leisteten direkte Unterstützung für die „Überfalltheorie“ zum 25.Juni 1950 (formeller Beginn des Koreakrieges).

Seitdem leistet das nordkoreanische Regime, ob freiwillig oder unfreiwillig, der imperialistischen Propaganda gute Dienste als Buhmann und Welt-Bösewicht. Die auf einem grotesken quasi-monarchischem bürokratischem System basierende katastrophale Planwirtschaft des Landes wird immer wieder als Beweis für die Untauglichkeit von Planwirtschaft genannt, als ob diese Tauglichkeit unabhängig davon betrachtet werden könnte, für welche Interessen sie tauglich ist.
„Militär zuerst“ ist die Devise des Regimes, denn auf genau diesem Militär basiert seine Macht über die Arbeiterklasse.

Das nordkoreanische Kim-stalinistische Regime muss ebenso wie das südkoreanische US-Satrappenregime gestürzt werden, damit eine revolutionäre Wiedervereinigung des Landes Wirklichkeit werden kann.

Und diese revolutionäre Wiedervereinigung kann nur das Ergebnis einer gesamtkoreanischen Räterepublik haben.
Gewiss mag das heute als ein noch fernes Ziel erscheinen.
Doch genau ist das positive Erbe des Aufstandes von Gwangju Mai 1980: Nicht die eine oder andere Form der Diktatur, sondern eine Republik der vom arbeitenden Volk jederzeit wählbaren und abwählbaren Delegierten.

Und für Nordkorea gilt besonders: das Kim-Regime arbeitet nur dem Imperialismus in die Hände, es muss gestürzt werden durch Arbeiter- und Soldatenräte.

(Alle faktischen Angaben basieren im wesentlichen auf:
http://en.wikipedia.org/wiki/Workers’_Party_of_Korea
und verwandte Artikel im englischen wikipedia)

Written by bronsteyn

15. Dezember 2011 at 10:06 pm

Veröffentlicht in Geschichte, Korea, Korea-Krieg

Tagged with , ,

Bilder von der internationalen Arbeiterdemonstration 7.11.2010 in Tokio und der Anti-G20-Demo 11.11.2010 in Seoul

leave a comment »


Fotostrecke

Arbeiterversammlung Tokio 7.11.2010

Sprecher der IWLU

Sprecher der IWLU

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotostrecke 10.-11.11.2010, Seoul

Seoul 11.11.2010https://bronsteyn.wordpress.com/wp-admin/post.php?post=346&action=edit&message=1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sonstiges

Yasuhiro Tanaka, Vorsitzender von Doro Chiba

Yasuhiro Tanaka, Vorsitzender von Doro Chiba

Written by bronsteyn

13. November 2010 at 6:42 pm

Veröffentlicht in Korea

Streiks in Südkorea

leave a comment »


Die Streikbewegung in Südkorea aus der Sicht des koreanischen Fernsehens.

Eindrucksvolle Bilder…

Written by bronsteyn

30. November 2009 at 8:33 pm

Veröffentlicht in Korea, US-Imperium

Südkorea: Generalstreik steht bevor!

leave a comment »


 

Es versteht sich von selbst, dass diese Meldung in keinem deutschsprachigen Medium weder im Internet noch in einer Printausgabe zu lesen ist. Aber sie ist wahr. Im einstigen Musterland des US-Imperialismus steht ein Generalstreik unmittelbar bevor.
In Südkorea gibt es zwei große Gewerkschaftsverbände: den FKTU und den KCTU.

Der FKTU (Federation of Korean Trade Unions) wurde noch unter der Militärdiktatur begründet, im Jahr 1961 und war lange Jahre, bis 1997, der einzig zugelassene Gewerkschaftsverband. Es handelt sich ursprünglich also fast um so etwas wie eine „gelbe Gewerkschaft“ oder einen „Subatowschen Arbeiterverein“. Er stand selbstredend in den Zeiten der Diktatur auch unter Militäraufsicht.
Der KCTU entstammt der illegalen unabhängigen Arbeiterbewegung gegen die Militärdiktatur und wurde erst 1995 legalisiert. Er wird oft als „militanter Konkurrenzverband“ zum FKTU bezeichnet.

Doch das ist alles Geschichte. Die Gegenwart ist so: beide Gewerkschaften haben in Übereinstimmung miteinander für den kommenden Monat Dezember zum Generalstreik in Südkorea aufgerufen.

Seit Sonntag ist die Urabstimmung im ursprünglich regierungsfreundlichen FKTU in vollem Gange. Für diesen Verband sind 850000 Mitglieder zur Abstimmung aufgerufen.

An der Beteiligung des militanten KCTU besteht kein Zweifel, am 25.11.2009 erklärte ein Sprecher des FKTU, dass ab 8. bzw 9.November beide Gewerkschaftsverbände gemeinsam in den Streik gehen.

Lesen Sie weiter in der Linken Zeitung

Written by bronsteyn

30. November 2009 at 2:27 am

Veröffentlicht in Korea

Besetzungsstreik bei Ssangyong nach 77 Tagen siegreich beendet

leave a comment »


Der Besetzungsstreik bei Ssangyong / Poengtaek in Südkorea ist nach 77 Tagen erfolgreich beendet worden.

Doro-Chiba: Sit-in strike Ssangyong Motors‘ Union PART1

Doro-Chiba: Sit-in strike Ssangyong Motors‘ Union PART2

Deklaration des südkoreanischen Gewerkschaftsverbandes KCTU dazu.

Video vom 5.August

Video vom 9. August

Written by bronsteyn

19. August 2009 at 8:39 pm

Veröffentlicht in Korea

Polizei versuchte Ssangyong Motorenwerke in Pyoenteak/Südkorea zu stürmen (Videos) UPDATED!

with 2 comments


20.7.2009

21.7.2009

23.7.2009

25.7.2009

27.7.2009

Einzelheiten und Links in der Linken Zeitung.

Written by bronsteyn

21. Juli 2009 at 9:43 pm

Veröffentlicht in Korea

Tagged with

Weitere Links zu den US-Massakern während des Korea-Krieges

leave a comment »


Weitere interessante Links zum Thema der US-Massaker während des Koreakrieges. Diese wurden bis zum Jahr 2000 von der „westlichen“ Geschichtsschreibung völlig verschwiegen.

AG Friedensforschung an der Uni Kassel zitiert Neues Deutschland von 26. Juli 2008 über das Ende des Koreakrieges (27.Juli 1953): „In der Zeit vom 25. Juni 1950 bis zum 27. Juli 1953 kamen nach konservativen westlichen Schätzungen über 4,6 Millionen Koreaner ums Leben, einschließlich drei Millionen Zivilisten im Norden und 500 000 Zivilisten im Süden der Halbinsel.“ Berichte über eine Guerillia in Südkorea, die bis 1952 andauerte.

BBC News Online 11 January, 2000: US-Staatssekretär Caldero erkennt die Leiden der Korea-Massaker an. Es handelte sich allerdings nur um das No Gun Ri – Massaker, das sich in keiner Weise mehr vertuschen liess, da US-Veteranen, die an dem Massaker beteiligt waren, sich offenbart hatten.

BBC News Online 22 March, 2000: Nordkorea fordert Untersuchung der Massaker während des Koreakrieges.

BBC Online April 2000: „Neue Beweise für Massentötungen während es Koreakrieges“: das Massaker von Dokchon, die Massenertränkung von Pohang

WDR: „Das Massaker von No Gun Ri“ (Korea 1950)  Sendedatum: Sendetermin Donnerstag, 29. März 2007.Es war ein Massaker an unschuldigen Zivilisten. Kaltblütig ausgeführt von Soldaten der amerikanischen Armee, befohlen von höchsten Generälen.“

freitag.de, 20.04.2007 „Ein Schutzwall aus Leichen“ Über das No Gun Ri Massaker 1950 , das jahrzehntelang den nordkoreanischen Truppen fälschlicherweise angelastet worden war, aber tatsächlich durch US-Truppen gerichtet wurde. Auch über die Operation Operation Rattentöter, ein anderes Massaker an ser südkoreanischen Bevölkerung in einer späteren Phase des Koreakrieges, und zwar 1951-52. Demnach gab es in Südkorea bis 1952 noch eine anti-Rhee und anti-US-Guerillia.

BBC News 18 August 2008: Exhumierung von Massengräbern (aufgrund Koreakriegsmassaker) in Deagu

Huffington Post, May 18, 2008: Massenmorde in Südkorea 1950 wurden vor der Geschichte verborgen. Der Artikel berichtet davon, dass Journalisten im Jahr 1950 durchaus von den Massenmorden berichten wollten, aber von ihren Vorgesetzten abgeblockt wurden. So dem Journalisten James Cameron geschehen bei dem Magazin London’s Picture Post. Derv Hournalist Alan Winnington von The Daily Worker berichtete auch über die Massaker, wurde von der US-Botschaft in London der Fälschung bezichtigt. Der Associated Press Korrespondent O.H.P. King brichtete auch über die Massenmorde des Rhe-Regimes, ebenso verschiedene US-Offiziere und Diplomaten,d eren Berichte allesamt unterdrückt wurden.

FAZ-NET, 19. November 2008: Korea-Krieg 1950 bis 1953: Wirkung und Wahrnehmung (Buchbesprechung) „Der Ort No Gun Ri, wo bei Beginn des Krieges koreanische Flüchtlinge getötet wurden, steht stellvertretend für andere Massaker, die es wohl gegeben hat.“. Ansonsten ist der Artikel, wie von der FAZ nicht anders zu erwarten, abwieglerisch bis zum Abwinken.

Artikel in SPIEGEL ONLINE  25.07.2006: „Hunderte Flüchtlinge starben „Ende Juli 1950 in der koreanischen Stadt No Gun Ri im amerikanischen Kugelhagel. Ein Versehen, hieß es stets von Seiten der US-Armee dazu. Nun sind Dokumente aufgetaucht, die zeigen: Das Massaker, eins der schlimmsten des 20. Jahrhunderts, war angeordnet.“

Eine Bemerkung am Rande: Der SPON – Artikel ist mit einigen Fotos illustriert, darunter  dieses hier miteinem US-amerikanischen Panzer. Die Bildbeschreibung dazu lautet: Ein US-Panzer rollt am 26. Juli 1950, Tag des Massakers, durch die Straßen von Yongdong nahe No Gun Ri. Später fiel die Stadt in die Hände nordkoreanischer Streitkräfte. Das ist insofern aufschlussreich, als die landläufigen Propagandalegenden zum Koreakrieg stets behaupten, dass die südkoreanische Armee bei Ausbruch des Krieges (einen Monat zuvor) keine Panzer und schweren Waffen besessen habe, und manchmal noch dreister, es wären bei Kriegsbeginn auch keine US-Truppen im Lande gewesen. Ich bin auf den Umstand ja schon eingegangen (Thema „Panzerüberlegenheit Nordkoreas…).

wikipedia in deutsch zum Massaker von No Gun Ri: http://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_von_Nogeun-ri

wikipedia in deutsch zum Massaker von No Gun Ri: http://en.wikipedia.org/wiki/No_Gun_Ri

WDR-Dokumentarfilm zum Massaker von No Gun Ri zum Download.

Written by bronsteyn

27. Juni 2009 at 7:17 pm

Video über den Arbeitskampf bei den Ssangyong Motorenwerken

leave a comment »


UPDATE!

Leider nur in koreanisch und japanisch, aber mal sehen, ob wir ein eigenes Video dazu produzieren können mit dem Material:

Die URL: http://www.dailymotion.com/video/x9n677_20090621yyyyyyyyyyyyy_news

Der japanische Genosse und youtube-Nutzer dc2video lud den kompletten Film noch in zwei Teilen nach youtube hoch und stattete ihn mit einer deutschsprachigen Beschreibung aus, die einem Artikel der Linken Zeitung entnommen ist.

Herzlichen Dank an dc2video für die freundliche Unterstützung!

URL: http://www.youtube.com/watch?v=SnEsTgCyryQ

URL: http://www.youtube.com/watch?v=zguNkjUSz8U

Ergänzend ein historisches Video des youtube-Nutzers dc2video über die Aktionsform des Besetzungsstreiks, welcher besonders in den USA der 30er Jahre eine grosse Rolle spielte:

Written by bronsteyn

21. Juni 2009 at 3:40 pm

Veröffentlicht in Japan, Korea, Uncategorized, US-Imperium

Tagged with , ,